Bedingungsloses Grundeinkommen

„Wir brauchen Forschungsprojekte wie diese“

Ein Wissenschaftler-Team und ein Verein wollen 120 Menschen drei Jahre lang 1200 Euro zahlen - ohne Gegenleistung. Die Bremer Kleinpartei Bündnis Grundeinkommen begrüßt das.
19.08.2020, 07:55
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„Wir brauchen Forschungsprojekte wie diese“
Von Carolin Henkenberens
„Wir brauchen Forschungsprojekte wie diese“

Geld ohne Gegenleistung? Eine schöne Vorstellung, aber ob das auch glücklich macht? Das soll eine Studie jetzt herausfinden.

Monika Skolimowska/dpa

Der Landesverband Bremen der Kleinpartei Bündnis Grundeinkommen (BGE) hofft, dass ein bundesweites Forschungsprojekt die Diskussion über ein bedingungsloses Grundeinkommen weiter vertieft. „Wir wünschen uns, dass das Thema über die Wissenschaft dann auch in die Politik getragen wird“, sagte Uwe Bjorck, der BGE-Vorsitzende in Bremen.

Am Dienstag hatten das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin), Wissenschaftler des Max-Planck-Instituts zur Erforschung von Gemeinschaftsgütern und der Universität Köln und der Verein „Mein Grundeinkommen“ aus Berlin eine spendenfinanzierte geplante Studie vorgestellt. 120 Teilnehmende sollen drei Jahre lang ohne Gegenleistung jeden Monat 1200 Euro erhalten. Die Forscher wollen herausfinden, wie sich das auf ihr Leben und ihre Zufriedenheit auswirkt. Ebenso sollen als Vergleichsgruppe Menschen ohne Grundeinkommen befragt werden.

„Wir brauchen Forschungsprojekte wie diese in Deutschland, wir können uns nicht immer nur auf Kenia oder Finnland beziehen.“ Das Bündnis Grundeinkommen in Bremen ist Bjorck zufolge am Forschungsprojekt beteiligt und wirbt in den sozialen Netzwerken dafür. Welche Erkenntnisse aus dem Experiment erhofft man sich? „Dass die Menschen zufriedener, gesünder, kreativer und eigenverantwortlicher sind“, erläuterte Bjorck. Das Freiheitsargument sei ein wichtiges, aber auch, dass die Digitalisierung und technische Entwicklung Arbeitsplätze verschwinden ließen.

Erst vor einigen Tagen hat der Landesverband im Rahmen einer bundesweiten Kampagne auch in Bremen ein Bürgerbegehren gestartet (WESER-KURIER vom 9. August). Unter dem Titel „Expedition Grundeinkommen“ sollen 5000 Unterschriften gesammelt werden, um im Stadtstaat einen Modellversuch mit 700 Teilnehmenden zu starten. Bjorck zufolge sind bisher etwa 350 Unterschriften gesammelt worden. Bremen als Stadtstaat eigne sich für einen solchen Versuch, findet er. Die 2016 in München gegründete Ein-Themen-Partei will nach Auskunft von Bjorck zur Bundestagswahl 2021 antreten. Bei der Bremer Bürgerschaftswahl 2019 stimmten 5970 Bremerinnen und Bremer für sie (0,41 Prozent).

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