Meier: Mehr-Parteien-Nutzung nicht hinbekommen

Bürger in Wut eröffnen Büro in Fußgängerzone

Vegesack. Im Schaufenster stehen Koffer. Sie haben Symbolcharakter. In einem leer stehenden Geschäft an der Gerhard-Rohlfs-Straße 23/24 soll am 3. September das Bürgerbüro "Standpunkt" der als rechtspopulistisch geltenden Partei Bürger in Wut (BIW) öffnen. Eine zunächst von der BIW geplante interfraktionelle Anlaufstelle für interessierte Bürger scheiterte. Die anderen Beiratsvertreter signalisierten Desinteresse.
17.08.2011, 05:00
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Bürger in Wut eröffnen Büro in Fußgängerzone
Von Patricia Brandt

Vegesack. Im Schaufenster stehen Koffer. Sie haben Symbolcharakter. In einem leer stehenden Geschäft an der Gerhard-Rohlfs-Straße 23/24 soll am 3. September das Bürgerbüro "Standpunkt" der als rechtspopulistisch geltenden Partei Bürger in Wut (BIW) öffnen. Eine zunächst von der BIW geplante interfraktionelle Anlaufstelle für interessierte Bürger scheiterte. Die anderen Beiratsvertreter signalisierten Desinteresse.

"Es wäre eine Gelegenheit gewesen, Demokratie lebendiger zu gestalten", bedauert Oliver Meier, der neuerdings für die BIW im Vegesacker Beirat sitzt. Doch die anderen Fraktionen wollten offensichtlich keine gemeinsame Sache mit den Neulingen machen: "Empfindlichkeiten sind spürbar", formuliert der 44-jährige Selbstständige, der vor einigen Jahren als Grüner im Beirat Borgfeld mitarbeitete.

Die Bürger in Wut wollen nach seinen Worten mit dem Büro die Chance nutzen, engen Kontakt zum Bürger auch nach der Wahl zu halten. Die zum Verkauf stehenden und deshalb günstigen Miet-Räume in der Fußgängerzone sollen regelmäßig dienstags, donnerstags und sonnabends jeweils zwei Stunden besetzt werden.

Zehn Mitglieder der BIW wie Heike Boll oder auch Sympathisanten der Partei wie Wolfgang Moeller wollen in dieser Zeit mit Bürgern diskutieren und deren Anregungen aufnehmen. Einmal im Monat, so ist es geplant, wird auch der Bundesvorsitzende Jan Timke vorbeischauen. Zudem sind laut Meier Veranstaltungen vorgesehen.

Die Hoffnung, in Zukunft doch noch eine "Mehr-Parteien-Nutzung" des Büros hinzubekommen, hat Meier nicht aufgegeben. Wenn auch Beiratssprecherin Heike Sprehe (SPD) bereits an der Machbarkeit des Vorhabens zweifelt. Die Sozialdemokratin sagt klar: "Wir sehen Probleme, das Büro zu finanzieren und zu besetzen. Wir sind alle voll berufstätig, niemand hat die Möglichkeit sich da von montags bis sonnabends hinzusetzen."

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