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Bürgerform diskutiert mit Mäurer über Sicherheit

Blumenthal. 'Wir müssen nicht alles neu machen' - gegen Ende des von Ortsamtsleiter Peter Nowack moderierten Bürgerforums sprach Ulrich Mäurer einen weisen Satz. Er war nach Blumenthal gekommen, um Anregungen von den 120 Teilnehmern aufzunehmen.
22.09.2010, 05:00
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Von Friedrich Caron-Bleiker
Bürgerform diskutiert mit Mäurer über Sicherheit

Diskutierten mit den Teilnehmern des gut besuchten Bürgerforums im Blumenthaler Schulzentrum: (von links) Ralf Schwarz (

Christian Kosak

Blumenthal. 'Wir müssen nicht alles neu machen' - gegen Ende des von Ortsamtsleiter Peter Nowack moderierten Bürgerforums in der Aula des Schulzentrums an der Eggestedter Straße sprach Ulrich Mäurer einen weisen Satz. Der Innensenator war nach Blumenthal gekommen, um Anregungen von den 120 Teilnehmern aufzunehmen und in der Diskussion um für Verständnis zu werben, dass nicht alle Wünsche von ihm zu erfüllen sind.

Als Senator für Inneres ist Mäurer für die Sicherheitskräfte im Land zuständig. Und da die Sicherheitslage im Zuständigkeitsbereich des Ortsamts Blumenthal ein Thema darstellt, das immer mal wieder für heiße Debatten sorgt, hatte Uwe Schröter als Leiter der Polizeiinspektion Bremen-Nord ein paar interessante Zahlen mitgebracht. Zahlen vom Rückgang der Straftaten in Blumenthal. Um 21,6 Prozent von 2008 zu 2009: handelte es sich in 2008 noch um 2921 Straftaten, so sank die Zahl im Jahr 2009 auf 2289. In Sachen Diebstahl, genauer, bei Wohnungseinbrüchen, Fahrraddiebstählen und Raubdelikten, ist ein deutlicher Rückgang zu verzeichnen. Einzig im Zusammenhang mit vorsätzlicher Körperverletzung (sieben Fälle mehr) und bei Autoaufbrüchen (61 Fälle mehr) ist ein Anstieg zu verzeichnen.

In der Zwickmühle

Sehr unterschiedlich ist das subjektive Sicherheitsempfinden der Bürger in Blumenthal und seinen Ortsteilen ausgeprägt - laut einer Bürgerbefragung der Polizei aus dem Jahr 2008. Während sich immerhin 77 Prozent der Menschen in Farge sicher bis sehr sicher fühlen, sind es in Blumenthal 65 Prozent und in Rönnebeck/Lüssum nur noch 46 Prozent. Und der Senator wies auf den Zusammenhang hin von erfolgreicher Polizeiarbeit und dem Bemühen um die Ausbildung von Nachwuchskräften: 'Zum 1. Oktober werden 120 Auszubildende eingestellt.' In Blumenthal, verspricht der Senator, 'setzen wir weiter auf hohe Polizeipräsenz und Prävention'.

Der Innensenator ist auch für den Sport zuständig und so gab es natürlich auch in diesem Zusammenhang zahlreiche Fragen an Ulrich Mäurer. Die Frage nach den sanitären Anlagen im Burgwall-Stadion oder auf dem Gelände des Neurönnebecker TV. Oder nach der Zukunft des Freibads (Mäurer: 'Werben Sie für dieses Bad!'). Jens Tydeks, der 2. Vorsitzende des Wassersportvereins Blumenthal, beklagte sich über die Erschwernisse, die die aktuellen Deichschutz-Maßnahmen für seinen Verein mit sich bringen. Liegeplätze sind verlorengegangen, die Bewegungsfreiheit im Hafen hat gelitten. Dies sei passiert, weil die kostengünstigste Lösung gewählt wurde, erläutert Ortsamtsleiter Nowack und empfiehlt dem Deichverband Nachbesserung.

Es sind dies die Momente beim Bürgerforum, in denen Mäurer in die Zwickmühle gerät. Er mag den Vertreter des betroffenen Vereins nicht mit seinem Problem allein lassen, andererseits würde es auf ihn zurückfallen, wenn er Versprechungen macht, die nicht zu halten sind. 'Was nehmen Sie an Arbeitsaufträgen mit?' will die Bürgerschaftsabgeordnete Inga Nitz (Die Linke) wissen. 'Ich kann nicht mehr als Unterstützung anbieten', antwortet der Senator. Und empfiehlt Kreativität bei der Suche nach einem Kompromiss: 'Das Beispiel des Freibads Blumenthal zeigt: Oft gibt es eine dritte Lösung.' Als das Thema auf die Integration von Migranten kommt, erläutert Ulrich Mäurer seine aktuellen Bemühungen: 'Wir wollen Kindern und Jugendlichen Aufenthaltstitel geben, auch wenn ihre Eltern es nicht geschafft haben.' Thema war übrigens auch der Dauerbrenner Turnerstraße. 'Die soll angeblich saniert sein', lästert Peter Nowack, 'aber ich frage mich, wann die endlich anfangen'.

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