Leiterin Jutta Behnke-Ewald: 2014 könnte es klappen / Sorgen über zukünftige Finanzierung der Angebote Bürgerhaus hofft auf einen Anbau

Über 50 Kurse werden unter dem Dach des Bürgerhauses Mahndorf angeboten. Auch finanziell ist die Einrichtung momentan gut aufgestellt. Für die langfristige Finanzierung werden vor allem größere Veranstaltungen immer wichtiger. Deshalb soll das Bürgerhaus mit einem Anbau vergrößert werden.
21.02.2013, 05:00
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Bürgerhaus hofft auf einen Anbau
Von Jörn Hüttmann

Über 50 Kurse werden unter dem Dach des Bürgerhauses Mahndorf angeboten. Auch finanziell ist die Einrichtung momentan gut aufgestellt. Für die langfristige Finanzierung werden vor allem größere Veranstaltungen immer wichtiger. Deshalb soll das Bürgerhaus mit einem Anbau vergrößert werden.

Mahndorf. Marion Kruse sitzt nachdenklich vor ihrem Schachbrett. Ihr König steht im Schach, sie muss setzen. Vor dem Zug geht sie die Grundregeln durch: "Kann ich schlagen? Kann ich eine Figur dazwischen stellen? Kann ich wegziehen?" Erst danach sollte der König bewegt werden, erklärt Ewald Wellmann, einer der Lehrer der Schachabteilung des Bürgerhauses in Mahndorf.

Wenn die Leiterin des Bürgerhauses von ihren Angeboten erzählt, gerät sie leicht ins Schwärmen. Die Resonanz der Menschen aus dem Stadtteil sei groß, sagt Jutta Behnke-Ewald. Aktuell sei das Bürgerhaus gut aufgestellt, auch finanziell. Bei den Themen Anbau, zukünftige Entwicklung der Lohnkosten und Auswirkung der Ganztagsschule wird ihre Stimmung jedoch verhaltener.

Der Schachkursus von Marion Kruse ist eines von über 50 Gruppen- und Kursangeboten des Bürgerhauses. Seit Januar gehen neben Kindern auch Senioren bei den "Schachfreunden Bremer Osten" in den Unterricht. Darüber hinaus haben die Schach-Trainer auch die Landesmeisterschaft nach Mahndorf geholt. "Über Ostern wird der gesamte Saal voll sein", sagt Behnke-Ewald.

Neben einem belebten Haus bringen solch größere Veranstaltungen auch zusätzliche Einnahmen. Diese werden für das Bürgerhaus in Zukunft immer wichtiger: Die finanzielle Ausstattung aus den Töpfen des Kulturressorts sei momentan zwar ausreichend, erklärt Till Locher-Heitz. Es sei aber absehbar, dass sich die Ausgaben erhöhen. "Vor allem beim Personal rechnen wir mit ein bis zwei Prozent höheren Kosten, die nicht von der Behörde übernommen werden."

Erfolgsrezept: Offene Bühne

Ein weiteres Beispiel für eigene Einnahmequellen sind die "Bahnhof-Sessions". Seit vier Jahren lädt das Bürgerhaus Musiker zum Konzert. Die Bühne steht dabei allen Bands offen. Die Organisatoren setzen auf eine Mischung aus erfahrenen Musikern und Neulingen, die sich auf der Bühne ausprobieren wollen. Und das mit Erfolg: "Zur diesjährigen Eröffnung sind gut 150 Leute gekommen", sagt Till Locher-Heitz. 2011 ging aus dem Umfeld der Konzerte eine Band aus Senioren hervor, die die Sessions seither ehrenamtlich betreut. Für zusätzliche Veranstaltungen dieser Größenordnung, planen Jutta Behnke-Ewald und ihre Kollegen schon seit Längerem einen Anbau. An der hinteren Seite des Gebäudes soll ein rund 70 Quadratmeter großer Raum mit einem zweiten Eingang entstehen. So soll das Bürgerhaus einen direkten Zugang zum neuen Bahnsteig des Mahndorfer Bahnhofs bekommen. Dadurch, so Till Locher-Heitz, soll mehr Laufkundschaft angelockt werden. "Momentan gehen die Leute einfach auf der Rückseite vorbei."

Vor 2014 rechnet Jutta Behnke-Ewald in dieser Frage jedoch nicht mit konkreten Ergebnissen. "Die Entscheidung fällt in den nächsten Haushalt." Deshalb habe es bisher keine festen Zusagen von der Behörde gegeben. Dennoch ist die Bürgerhaus-Leiterin optimistisch: Nachdem Immobilien Bremen (IB) als Vermieter die Bauleitung für das Projekt übernommen habe, seien die Voraussetzungen optimal. "IB kann viel günstiger planen und bauen als wir." Bis dahin werden lediglich kleinere Bauarbeiten erledigt: Mitte April werden die ersten Arbeiter anrücken, um eine behindertengerechte Toilette zu installieren. Außerdem sollen der Thekenbereich und die Technik im Veranstaltungssaal erneuert werden.

Über die Baufragen hinaus hat das Bürgerhaus auch mit einem veränderten Zeitbudget der Besucher zu kämpfen: Immer häufiger sitzen Kinder auch nachmittags in der Schule, dadurch bleibt weniger Zeit für die Angebote im Bürgertreffpunkt. "Deshalb arbeiten wir gerade an unseren Konzepten", sagt Jutta Behnke-Ewald.

Dabei setzt das Bürgerhaus-Team auf den frischen Wind von jugendlichen Freiwilligen: "Wir sind häufig nicht mehr so nah an den Kindern dran", sagt die Leiterin. Wie schon 2012 werden deshalb ab jetzt Bewerbungen für drei Stellen des Bundesfreiwilligendienstes entgegengenommen. Zusätzlich bietet das Bürgerhaus wieder einen Platz im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres an, der in der Vergangenheit aufgrund weggefallener Fördergelder nicht besetzt werden konnte. Die rund 7000 bis 8000 Euro für die Stelle sollen unter anderem aus den Überschüssen der Gastronomie bezahlt werden. "Das riskieren wir jetzt", sagt Till Locher-Heitz.

Weitere Informationen zum Bürgerhaus gibt es unter www.buergerhaus-mahndorf.de.

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