29.000 Unterschriften wurden gesammelt Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen erreicht Ziel

Die Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen hat ihr Ziel erreicht: Sie hat rund 29.000 Unterschriften (Stand nach Update am Freitag) für den Erhalt der Rennbahn gesammelt.
03.01.2019, 21:07
Lesedauer: 3 Min
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Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen erreicht Ziel
Von Pascal Faltermann

„Es war ein riesiger Kraftakt, aber wir haben es geschafft“, sagt Andreas Sponbiel, Sprecher der Bürgerinitiative Rennbahngelände Bremen. Er und seine Mitstreiter, die sich für den Erhalt des Geländes einsetzen, haben rund 27.000 Unterschriften (Stand: Donnerstag) gesammelt und werden sie an diesem Freitag in der zentralen Meldebehörde, Pfalzburger Straße 69a, abgeben. Die Initiative ist damit hauchdünn davor, einen Volksentscheid herbeizuführen. In der Geschichte Bremens hat es das bislang nicht gegeben. Die Rennbahn-Freunde wären die ersten, die diese Form der Bürgerbeteiligung im Bundesland durchsetzen.

Um einen Volksentscheid zu erreichen, benötigte die Bürgerinitiative Rennbahngelände innerhalb einer vorgegebenen Frist – bis zum 4. Januar 2019 – exakt 21.237 gültige Unterschriften von Bürgern aus der Stadtgemeinde. Mitte Dezember hatten die Aktivisten ihr erstes Etappenziel mit mehr als 21.000 Unterschriften erreicht. Sie sammelten aber weiter, um einen Puffer von 15 bis 20 Prozent zu haben und damit doppelte oder fehlerhafte Unterschriften auszugleichen. „Dass wir mehr als 20 Prozent ungültige Unterzeichner haben, halte ich für eher unwahrscheinlich“, sagt Sponbiel. Tausende Listen und Zettel haben die Rennbahn-Freunde wie einen Schatz in einem Tresor gelagert und werden sie mit einer Sackkarre zum Amt bringen, wo die Unterschriften geprüft werden.

Ziel der Initiative ist es, die Fläche der Galopprennbahn für Erholung, Freizeit, Sport und Kultur sowie als grüne Ausgleichsfläche zu erhalten. Diese grüne Lunge sei bei der verdichteten Bebauung und der Industrieansiedlung im Bremer Osten immens wichtig, sagt Sponbiel. Jetzt, wo die Initiative die Stimmen zusammen hat, stellt sie auch erste Forderungen. „Wir wollen, dass die Listen möglichst schnell geprüft werden“, so Sponbiel. Zusammen mit der Bürgerschaftswahl im Mai soll der Volksentscheid über die Rennbahn mit auf den Wahlzettel. „Eine Extra-Wahl einen oder zwei Monate später würde einen massiven Aufwand für die Stadt bedeuten und zusätzlich kosten“, sagt Sponbiel, der bis tief in die Nacht die Listen durchnummerieren und ordnen musste.

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Mit dem möglichen Volksentscheid wehren sich die Streiter für den Erhalt des Geländes gegen eine eigentlich beschlossene Sache: Die Stadt Bremen will auf der 30 Hektar großen Fläche auf dem Areal im Stadtteil Hemelingen, Ortsteil Sebaldsbrück an der Grenze zu Vahr rund 1000 Wohnungen bauen lassen. Dem Rennverein war 2016 gekündigt worden. Bremen zahlt dem Golfclub, der die Fläche im Oval nutzt und dessen Vertrag regulär noch bis zum Jahr 2034 gelaufen wäre, eine Entschädigung von fast vier Millionen Euro.

„Wir haben alle unterschätzt, was es für eine Resonanz gibt“

Die Bürgerinitiative besteht aus einem aktiven Kreis von 20 bis 25 Personen. In der ganzen Stadt hatten diese an fast 100 Stationen wie Kiosken, Tankstellen, Geschäften oder Kanzleien Listen ausgelegt. Auf öffentlichen Plätzen oder bei Veranstaltungen sammelten die Aktivisten, zahlreiche Bürger holten Zettel und verteilten sie. „Wir haben alle unterschätzt, was es für eine Resonanz gibt“, sagt Sponbiel. Die mögliche Bebauung des Rennbahngeländes habe Menschen in ganz Bremen umgetrieben und beschäftigt. Ohne große finanzielle Unterstützung, dafür aber mit „viel Leidenschaft und Engagement“ habe es die Initiative geschafft, die Unterschriften zu sammeln.

Wenn es am Ende tatsächlich zu dem mittlerweile sehr wahrscheinlichen Volksentscheid kommt, ist sich Sponbiel sicher, dass er und seine Mitstreiter gewinnen werden. „Der Bürger entscheidet sich doch immer für Grün statt Beton“, sagt er.

Update, 4. Januar, 17.30 Uhr:

Am letzten Tag sei noch ein großer Schwung dazugekommen, sagt Andreas Sponbiel von der Bürgerinitiative Rennbahn: "Das war überwältigend." 29.018 Unterschriften konnte er am Freitag für das Volksbegehren zum Erhalt der Galopprennbahn an Arne Weinert vom Einwohnermeldeamt übergeben. Dort werden sie nun genau geprüft. (röh)

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