Verleihung im Bremer Rathaus Bürgerpreis für Straßen-Magazin

Bremen. Michael Vogel, der Initiator der „Zeitschrift der Straße“, ist am Montag mit dem Bremer Bürgerpreis ausgezeichnet worden. Der von der CDU gestiftete Preis wird seit acht Jahren für soziales Engagement verliehen.
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Von Alexandra Knief

Bremen. In der Oberen Rathaushalle wurde am Montag zum achten Mal der Bremer Bürgerpreis überreicht. Der von der CDU gestiftete und vom Verein zur Förderung des bürgerschaftlichen Engagements verliehene Preis zeichnet Menschen aus, die sich uneigennützig für die Gesellschaft engagieren und helfen, wo Unterstützung benötigt wird. „Es ist uns ein wichtiges Anliegen, Menschen, die etwas Gutes tun, ohne dafür einen eigenen Vorteil zu erwarten, unsere Anerkennung zu zeigen“, betonte André-Michael Schultz, Vorsitzender des Vereins.

36 Nominierungen hat es in diesem Jahr gegeben, mehr als jemals zuvor. Viele der Nominierten engagieren sich in der Kinder- und Jugendarbeit, andere in Sportvereinen, Kunst-und Wissenschaftsprojekten oder bei der Hilfe sozial benachteiligter Familien.

Den mit 1000 Euro dotierten Preis erhielt in diesem Jahr Professor Michael Vogel von der Hochschule Bremerhaven, der 2009 die „Zeitschrift der Straße“ auf die Beine gestellt hatte. Die Zeitung wird von Studenten des Studiengangs „Cruise Tourism Management“ der Hochschule Bremerhaven sowie der Hochschule für Künste erstellt und von Wohnungslosen und Bedürftigen auf der Straße verkauft. „Michael Vogel ist nicht nur ein Vorbild für seine Studenten, er motiviert sie auch dazu, sich selbst zu engagieren“, sagte Schultz.

Das Magazin hat mittlerweile eine Auflage von 13.000 Exemplaren, jede Ausgabe widmet sich thematisch einem anderen Schauplatz im Land Bremen. Im Gegensatz zu den in Berlin und Hannover produzierten Obdachlosen-Zeitungen „Straßenfeger“ und „Asphalt“ wird die „Zeitschrift der Straße“ in Bremen hergestellt und behandelt Bremer Themen.

Michael Vogel hat die Zeitung initiiert und ist als Koordinator, Fundraiser und Betreuer an der weiteren Produktion beteiligt. „Wir wollten eine Zeitung machen, die schon beim ersten Anblick durch Farben, Formen und Format irritiert“, sagte Vogel bei der Preisübergabe. „Denn so wird der Kunde neugierig und kommt mit den obdachlosen Verkäufern ins Gespräch.“ Ziel der Zeitung sei es, auf der einen Seite den Verkäufern zu mehr Anerkennung zu verhelfen und gleichzeitig Studierenden aus verschiedenen Bereichen die Chance zu geben, zu zeigen, was sie können. Vogel hat die Mitarbeit in Projekten für gemeinnützige Einrichtungen zum Pflichtbestandteil des Bremerhavener Studiengangs „Cruise Tourism Management“ gemacht, damit noch mehr Menschen geholfen werden kann.

„Durch seine Arbeit bringt er Menschen mit verschiedenen sozialen Hintergründen zusammen“, sagte Schultz über Vogel. Das Projekt zeige, wie Hochschullehre aktiv zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beitragen könne.

Zwei mit je 500 Euro dotierte Anerkennungspreise gingen an Marcus Schleef und Ilse Wolfram. Schleef erhielt die Ehrung für sein Engagement bei der Freiwilligen Feuerwehr Bremen-Neustadt, vor allem für seine Unterstützung der Landesjugendzeltlager am Werdersee. Sogar Teile seines Urlaubs hat er dafür geopfert. Das Preisgeld soll der Jugendarbeit der Freiwilligen Feuerwehr zugutekommen.

Die Sozialarbeiterin und Musiktherapeutin Ilse Wolfram zeigte gleich in mehreren Bereichen großen Einsatz: So gründete sie 2002 das Bremer Institut für Musiktherapie und seelische Gesundheit e.V., arbeitet zusätzlich für Refugio, ein Beratungs- und Behandlungszentrum für Flüchtlinge und Folteropfer, sowie bei der Ausbildungsbrücke des Diakonischen Werks.

„In meiner ehrenamtlichen Arbeit kann ich alles einbringen, was ich kann“, sagte die Preisträgerin. „Daher hoffe ich, dass ich meinen Tätigkeiten noch lange nachgehen kann.“ Das Preisgeld spendet Ilse Wolfram für die von ihr unterstützten Projekte.

Ehrengast der gestrigen Veranstaltung war Eske Nannen, Geschäftsführerin der Kunsthalle Emden. Sie betonte in ihrer Festrede, wie glücklich sich Bremen schätzen könne, eine so große Vielfalt an engagierten Menschen zu haben.

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