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Kommentar zur politischen Lage in Bremen
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Bremen steht vor einer Wahl

Moritz Döbler 01.05.2018 26 Kommentare

Bremens Bürgermeister Carsten Sieling.
Bremens Bürgermeister Carsten Sieling. (Frank Thomas Koch)

Politiker sagen gerne, Umfragen seien keine Wahlen, und man dürfe ihnen nicht zu viel Bedeutung beimessen. So hat Martin Schulz trotz katastrophaler Werte bis zuletzt behauptet, er werde Bundeskanzler. Es kam anders. Dennoch stimmt die Erkenntnis: Umfragen sind keine Wahlen; in dem einen Jahr bis zur Bürgerschaftswahl in Bremen kann noch viel passieren. Aufschlussreich ist die Umfrage des WESER-KURIER trotzdem.

Wenn am Sonntag Wahl wäre, käme die Bremer SPD demnach auf 26 Prozent der Stimmen – ein Fünftel weniger als bei ihrem bisher schlechtesten Ergebnis der Nachkriegszeit vor drei Jahren. Bürgermeister Carsten Sielings Vorgänger Jens Böhrnsen trat umgehend zurück. Und jetzt kommt es noch dicker für die SPD.

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Die CDU rückt auf Augenhöhe heran, 24 Prozent. Das ist zwar sehr weit von der Ansage des Spitzenkandidaten Carsten Meyer-Heder entfernt, der „Mitte 30“ als Zielmarke ausgegeben hat. Jamaika liegt in großer Ferne, und selbst für eine Große Koalition muss es bei aktuell 50 Prozent für SPD und CDU nicht reichen. Aber die CDU ist so nah dran, dass sie die SPD erstmals überflügeln könnte.

Wenn es nicht so kommt und sich die aktuellen Werte bis Mai 2019 halten, läuft es auf Rot-Rot-Grün zu, trotz der schwachen SPD. Denn die Linke hat sich deutlich verbessert und überholt derzeit sogar die Grünen. Als drittstärkste Kraft käme ihr womöglich die entscheidende Rolle zu. 

Bremen hat also eine klare Wahl zwischen einer SPD-geführten Regierung, die im Zweifel nach links rückt, und einer bürgerlichen Koalition unter der Führung der CDU. Das kleinste Bundesland dürfte damit vor einem ungewohnt harten und polarisierenden Wahlkampf stehen.

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Sonntagsfrage
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