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ZDF-Umfrage zur Bürgerschaftswahl
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Bremer FDP nur knapp über fünf Prozent

Norbert Holst 16.05.2019 24 Kommentare

Es kommt Bewegung in den Bürgerschaftswahlkampf: Die CDU baut die Distanz zur SPD aus, die FDP gerät gefährlich nah an die Fünf-Prozent-Hürde. Und die Bürger in Wut (BIW) können möglicherweise erneut den Sprung in das Parlament schaffen. Das sind die Ergebnisse der beiden am Donnerstag veröffentlichten Umfragen des ZDF-Politbarometers und von Infratest Dimap für die ARD. Die Parteien interpretieren die Ergebnisse teilweise recht unterschiedlich.

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CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder zeigte sich erfreut: „Der Trend stabilisiert sich. Wir liegen nach wie vor vor der SPD und haben die historische Chance, den politischen Wechsel zu schaffen. Das motiviert uns, sehr intensiv weiterzukämpfen.“ Allerdings seien Umfragen auch Momentaufnahmen. Darauf werde er sich nicht ausruhen, versicherte Meyer-Heder. Die SPD will sich von den jüngsten Zahlen nicht beirren lassen. „Auch die Werte dieser beiden Umfragen sind definitiv nicht zufriedenstellend für uns. Aber es ist ein Abstand, der noch aufzuholen ist, damit die positive Entwicklung in den beiden Städten unseres Bundeslandes fortgeführt werden kann“, sagte die Landesvorsitzende Sascha Aulepp. Die Grünen zeigten sich zufrieden. „Wir bewerten unsere 18 Prozent als sehr gutes Ergebnis“, erklärte Spitzenkandidatin Maike Schaefer. Mit großem Interesse verfolgt die Partei den Umfrage-Trend bei der FDP, möglicher Partner in einer Jamaika-Koalition. Schaefer dazu: „Es scheint noch nicht eingetütet zu sein, ob die FDP drin ist.“ Für Linke-Spitzenkandidatin Kristina Vogt zeigen die Umfragen, dass „sich die Mehrheiten in Richtung Rot-Rot-Grün verschoben haben“. Eben durch das Schwächeln der FDP. Mit dem Ergebnis ihrer eigenen Partei zeigte sich Vogt „sehr zufrieden“. Aber: „Das Kopf-an-Kopf-Rennen geht zu Lasten der kleinen Parteien.“

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„Nein“, antwortete FDP-Landeschef Hauke Hilz auf die Frage, ob ihm um seine Partei bange sei. „Wir haben noch zu kämpfen. Aber viele Wähler haben sich noch nicht entschieden.“ Er sei optimistisch, dass die Liberalen am Ende nicht bei fünf oder 5,5 Prozent landen würden. AfD-Landeschef Frank Magnitz interpretiert die Sache anders: „Den Ausreißer liefert die FDP, die mit der Steiner-Kampagne nicht reißen kann.“ Über seine eigene Partei sagt Magnitz: Dass die AfD nicht, wie erhofft, in den zweistelligen Bereich komme, liege am Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen CDU und SPD sowie den Spekulationen über mögliche Koalitionen. „Das ist eine gute Ausgangslage für uns“, erklärte dagegen BIW-Spitzenkandidat Hinrich Lührssen zu den drei Prozent für die Bürger in Wut. Angesichts der vielen noch unentschiedenen Wähler sei es realistisch, noch über die Fünf-Prozent-Hürde zu kommen.

Im direkten Duell zwischen Carsten Meyer-Heder und Carsten Sieling liegt der SPD-Bürgermeister vorn. Infratest Dimap stellte die Frage, für welchen der beiden Kandidaten man sich bei einer Direktwahl entscheiden würde. 42 Prozent der Wähler votierten für Sieling, das sind plus drei Prozent mehr als in einer Umfrage von Anfang Mai. Meyer-Heder hat hingegen seitdem verloren. Nur noch 28 Prozent statt 31 Prozent der Wähler würden ihn direkt wählen. Das ZDF-Politbarometer fragte ebenso danach, wen die Bremer lieber als Bürgermeister hätten. Auch in diesem Fall lautet das Ergebnis 42 zu 29 Prozent für Sieling.

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Trotz spannender Trends – gelaufen ist noch nichts. Umfrageergebnisse sind keine Prognosen. So fängt die Sonntagsfrage der ARD vor allem das aktuelle Stimmungsbild ein. Beim ZDF-Politbarometer wird mit einer sogenannten Umfrage-Projektion versucht, auch längerfristige Überzeugungen und wahltaktische Überlegungen zu berücksichtigen.

++ Der Artikel wurde um 20.58 Uhr aktualisiert. ++


Sonntagsfrage
Zufriedenheit mit den Spitzenkandidaten