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Diskussion im Theater Bremen
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Bremer Politiker diskutieren über Integration

Jean-Pierre Fellmer 23.04.2019 0 Kommentare

Demonstranten haben die Podiumsdiskussion unterbrochen.
Demonstranten haben die Podiumsdiskussion unterbrochen. (Kramer)

Spitzenkandidaten und Vertreter der Fraktionen der Bremischen Bürgerschaft haben am Dienstagabend im Theater Bremen über das Thema Integration diskutiert. Unter den etwa 150 Gästen waren auch rund 50 Mitglieder des Bündnisses „Together we are Bremen“ – sie unterbrachen die Veranstaltung kurz nach deren Beginn, um Kritik an der Bremer Politik zu üben: „Ihr könnt nicht über Integration sprechen, während ihr Exklusion und Ausschließung praktiziert“, sagte ein Mann auf englisch, wofür er aus dem Publikum Jubel und Beifall erhielt. Das Bündnis setzt sich laut der Facebook-Seite gegen Abschiebung und für die bessere Unterbringung Geflüchteter ein.

Gäste der Podiumsdiskussion des Bremer Rats für Integration (BRI) waren Bürgermeister Carsten Sieling (SPD), Maike Schaefer (Grüne), Heiko Strohmann (CDU), Sofia Leonidakis (Die Linke) und Magnus Buhlert (FDP). Sie griffen die Frage eines weiteren Demonstranten, was Integration denn überhaupt sei, in ihrer Vorstellung auf. Sieling bezeichnete Bremen als sicheren Hafen für Geflüchtete, was erneut wütende Zwischenrufe aus dem Publikum auslöste. Schaefer erwähnte in ihrem Redebeitrag, dass die Grünen sich zum Bündnis Seebrücke bekannt hätten – es setzt sich für sichere Fluchtwege über das Mittelmeer ein. Kritik an Innenminister Horst Seehofer (CSU) und die Forderung nach einer inklusiven Gesellschaft kamen von Leonidakis. Teilhabe an der Bildung war eine Forderung Buhlerts, Strohmann nannte die Teilhabe am Arbeitsmarkt den wichtigsten Faktor. Die letzten beiden Themen – Bildung und Arbeit – waren neben dem sozialen Zusammenhalt auch Gegenstand der Diskussion.

Nach einer kurzen Einführung zum Thema Bildung haben die Politiker ihre Positionen dazu vorgestellt. Die Linke habe schon länger eine Antidiskriminierungsstelle für die Bremer Schulen beantragt, sagt Leonidakis. Moderatorin Libuse Cerna (BRI) ergänzte: Diese Idee hätten SPD und Grüne nun auch in ihren Programmen aufgenommen. Sie hoffe daher, dass es diese Stelle bald geben werde. Einer der Demonstranten wechselte mit einer Wortmeldung erneut das Thema: „Safe cargo – it’s not!“ Übersetzt: Bremen sei kein sicherer Hafen. Erneut Jubel und Beifall.


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