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Wahlanalyse zur Bürgerschaftswahl
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Der Bremer SPD fehlte ein Zugpferd

27.05.2019

Carsten Sieling hat mit seiner SPD ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren.
Carsten Sieling hat mit seiner SPD ein historisch schlechtes Ergebnis eingefahren. (Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Der SPD hat in ihrer bisherigen Hochburg Bremen nach einer ersten Analyse der Forschungsanalyse Wahlen ein Zugpferdgefehlt. Der "vergleichsweise unauffällige" Bürgermeister Carsten Sieling habe sich keinen Amtsbonus erarbeiten können, schrieben die Mannheimer Wahlforscher am Sonntagabend. Bei der Landtagswahl erlitten die Sozialdemokraten Prognosen zufolge starke Verluste und wurden erstmals seit dem Krieg nur zweitstärkste Kraft hinter der CDU.

Umfragen zeigten aber, dass trotz der Schwäche der SPD eine Mehrheit von 53 Prozent einen von ihr geführten Senat wolle. Nur 37 Prozent wollten eine CDU-geführte Regierung. Die Union könnte den Prognosen nach gemeinsam mit Grünen und FDP regieren. Die SPD müsste neben den Grünen auch die Linkspartei in die Regierung holen. Eine klare Unterstützung findet nach Angaben der Forschungsgruppe aber keine dieser Konstellationen.

Der CDU-Spitzenkandidat Carsten Meyer-Heder zeigte sich auf der Wahlparty erfreut über das Ergebnis seiner Partei.
Bremens Regierungschef Carsten Sieling (SPD) hat mit Enttäuschung auf das schlechte Abschneiden der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl im kleinsten deutschen Bundesland reagiert. Das könne nicht zufrieden stellen, sagte der 60-Jährige am Sonntagabend kurz nach Bekanntwerden der ersten Prognosen vor Anhängern.
Nach dem guten Abschneiden der Grünen in Bremen hat sich die Fraktionsvorsitzende der Ökopartei im kleinsten Bundesland, Maike Schaefer (links), für jede denkbare Dreier-Koalition offen gezeigt. Daneben sei laut den Prognosen von ARD und ZDF nur eine große Koalition möglich.
Die Spitzenkandidatin der Bremer Linken, Kristina Vogt, hat betont, dass ihre Partei für ein rot-rot-grünes Bündnis zur Verfügung steht. Die Wahlprogramme aller drei Parteien zeigten deutliche Übereinstimmungen, sagte Vogt am Sonntagabend. Es sei klar geworden, dass die Bremer einen Politikwechsel wollen. Im Wahlkampf habe die Linke eine starke Unterstützung aus der Bevölkerung gespürt.
Fotostrecke: Stimmen zur Bürgerschaftswahl: Meyer-Heder will Bürgermeister werden

Auf die Frage nach dem gewünschten Bürgermeister sprachen sich mehr Bremerinnen und Bremer für Sieling aus (46 Prozent) als für seinen CDU-Herausforderer Carsten Meyer-Heder (34 Prozent). Doch bei der Wahl 2015 hatte der damalige Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) viel deutlicher vor der CDU-Kandidatin Elisabeth Motschmann gelegen.

Beim Bildung und Schule, das eine zentrale Rolle im Wahlkampf spielte, trauten die Wähler der CDU mehr zu als der SPD. Bei Verkehr lagen die Grünen vorn. Nur beim Thema Wohnungsmarkt wurde der Regierungspartei SPD die höchste Kompetenz zugeschrieben.

An der Bundespolitik richtete nur jeder fünfte Bremer seine Wahl aus. Für drei Viertel der Wählerinnen und Wähler war die Landespolitik entscheidend. 

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