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So bewerten die Bremer die Wohnungs- und Mietpolitik

Norbert Holst 10.02.2019 0 Kommentare

Mit der Wohnungs- und Mietpolitik sind alle Altersgruppen unzufrieden.
Mit der Wohnungs- und Mietpolitik sind alle Altersgruppen unzufrieden. (Walter Gerbracht)

Auf dem Wohnungsmarkt in Bremen und Bremerhaven ist die hohe Nachfrage ungebrochen. Vor allem in der Stadt Bremen stiegen 2018 die Mieten, wenn auch nicht mehr so stark wie in den Vorjahren. Nach Zahlen der Wirtschaftsförderung Bremen (WFB) legten die Mieten im vergangenen Jahr um drei Prozent zu, in der Spitze waren es fünf Prozent. Die Durchschnittsmiete für Neubauten liegt bei 11,30 Euro pro Quadratmeter. Im Top-Segment werden aber sogar bis zu 15 Euro verlangt. Die Angebotsmieten für Wohnungen in Bremen sind laut dem Internet-Portal Statista von 5,56 Euro im Jahr 2008 auf 8,01 Euro in 2018 gestiegen. Die Kaufpreise für Immobilien haben seit 2013 sogar um 28 Prozent zugelegt.

Zweitschlechteste Zustimmung

Nach einer Studie des Kommunalverbundes Bremen/Niedersachsen werden bis 2030 rund 36 000 neue Wohnungen in Bremen und dem Umland gebraucht. Zum Vergleich: Im Land Bremen wurde 2017 für 2946 Wohnungen eine Baugenehmigung erteilt, aber lediglich 1800 fertiggestellt. Wie auch in anderen Großstädten gibt es vor allem zu wenige kleine und bezahlbare Wohnungen. Geringverdiener, Singles, Studenten und zunehmend Rentner leiden unter dem Wohnungsmangel. Nach Untersuchungen der Hans-Böckler-Stiftung fehlen derzeit 50 000 bezahlbare Wohnungen in Bremen.

Die Wohnungs- und Mietpolitik ist von acht abgefragten Politikfeldern der Bereich mit der zweitschlechtesten Zustimmung. Nur 22 Prozent der Befragten sind eher zufrieden, 67 Prozent hingegen eher nicht zufrieden. Schlechtere Werte bekommt nur die Schul- und Bildungspolitik. Noch in einer im Mai 2015 veröffentlichten Umfrage lag die Zustimmung für die Wohnungsmarktpolitik bei beachtlichen 44 Prozent, im April 2018 waren es 27 Prozent. Was die Bremer Politiker alarmieren sollte: Mit der Wohnungs- und Mietpolitik sind alle Altersgruppen unzufrieden, auch der Bildungsgrad spielt bei der Bewertung keine Rolle. Mehrheitlich sind auch die Anhänger von SPD und Grünen enttäuscht von der Politik.

Beide Parteien haben sich bei Projekten gegenseitig blockiert. Beispielhaft dafür steht die Feldrandbebauung der Osterholzer Feldmark, die von den Grünen gebremst wurde. Momentan streiten die Koalitionspartner über den Bau von Wohnungen auf dem Galopprennbahn-Areal.


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