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SPD und Linke verlieren Zuspruch in Bremen

Nina Willborn 13.02.2019 6 Kommentare

Am uneinigsten sind sich Männer und Frauen bei der Einschätzung der Politik der AfD.
Am uneinigsten sind sich Männer und Frauen bei der Einschätzung der Politik der AfD. (Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Am Freitag sind es noch genau 100 Tage bis zum Wahlsonntag in Bremen. An seinem Ende werden die Parteien genau wissen, wo sie stehen in der Wählergunst. Knapp zweieinhalb Monate vorher ergibt eine repräsentative Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Infratest-Dimap im Auftrag des ­WESER-KURIER, dass die Bremer nicht nur zunehmend unzufrieden mit der Arbeit der rot-grünen Regierung sind, sondern dass die Parteien insgesamt an Zuspruch verlieren. 

Die einzige Ausnahme bilden die Grünen. Jetzt gaben 39 Prozent der Befragten an, mit der Arbeit der Partei sehr zufrieden oder zufrieden zu sein. Damit steigert der Koalitionspartner der SPD seine Beliebtheit im Vergleich zum April 2018, als es ebenfalls eine Umfrage dieser Zeitung zum Thema gab, um einen Prozentpunkt. Allerdings – das ist bei allen Parteien so – überwiegt auch bei den Grünen die Kritik: 53 Prozent sind wie auch schon bei der letzten Umfrage weniger zufrieden oder gar nicht zufrieden.

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Die größten Verluste, was das Vertrauen der Wähler angeht, haben die Linken und die SPD zu verzeichnen. Letztere erreicht nur noch 34 Prozent Zustimmung, vier Prozentpunkte weniger als noch im April. Noch stärker, nämlich von 38 auf 33 Prozent, sinkt die Zufriedenheit mit den Linken. CDU und FDP erreichen 37 Prozent (zuvor 39) beziehungsweise 28 Prozent (zuvor 31). Die Ergebnisse der Umfrage sind Näherungswerte, Schwankungen zwischen 1,4 und 3,1 Prozentpunkten möglich.

Die Zufriedenheit der Wähler mit den Linken sinkt, aber bei der Frage nach dem Grad der Unzufriedenheit schneiden sie mit 52 Prozent zusammen mit der FDP im Vergleich der Bremer Parteien noch am besten ab. Die Liberalen sind in der Kategorie Unzufriedenheit auch die einzigen, deren Werte sich in den vergangenen zehn Monaten verbessert haben (von 54 auf 52 Prozent). Die AfD liegt mit großem Abstand hinten: 81 Prozent der Umfrage-Teilnehmer äußerten sich unzufrieden mit der Arbeit der Partei in der Bürgerschaft.

CDU büßt zwei Prozentpunkte ein

Die CDU rutscht von 39 auf 37 Prozent Zustimmung, büßt also zwei Prozentpunkte ein; unzufrieden oder sehr unzufrieden mit ihrem politischen Auftreten sind 55 Prozent (plus drei Prozentpunkte im Vergleich zum April 2018). Schaut man sich die Zahlen genauer an, fällt bei den Christdemokraten auf, dass vor sich allem die jungen Wahlberechtigten zwischen 16 und 39 Jahren offenbar mit ihnen identifizieren können. 44 Prozent Zufriedenheit, derselbe Grad wie schon im April 2018, sind in dieser Altersgruppe der zweithöchste Wert, nur die Grünen genießen mit 46 Prozent mehr Zustimmung.

Die Zahlen lassen für die CDU ebenso den Schluss zu, dass sie in Bremen von mehr Männern als Frauen Zuspruch bekommt. 39 Prozent der befragten Männer äußerten in der Umfrage ihre Zufriedenheit, aber nur 29 Prozent der befragten Frauen. Mit den Linken sind mit 31 Prozent (Männer) beziehungsweise 30 Prozent (Frauen) beide Geschlechter gleichermaßen zufrieden.

Am uneinigsten sind sich Männer und Frauen bei der Einschätzung der Politik der AfD. Nur 62 der befragten Männer gaben an, mit ihr gar nicht zufrieden zu sein, aber 76 Prozent der Frauen. Die Partei, die die Befragten offenbar am schlechtesten beurteilen können, sind die Bürger in Wut. Bei ihnen sind die weiß nicht/keine Angaben-Antworten mit 34 Prozent mit Abstand am höchsten. SPD, CDU und Grüne erzielen in dieser Kategorie jeweils acht Prozent.

Blickt man auf die nach politischen Vorlieben der Wähler aufgeschlüsselten Zahlen, fällt auf, dass nur bei der CDU die Zufriedenheit von Wählern mit einer anderen Präferenz (FDP) höher ist als die der eigenen Unterstützer. Insgesamt 73 Prozent der liberal eingestellten Befragten äußerten sich positiv, 71 Prozent mit CDU-Präferenz. Die höchsten Werte im jeweils eigenen Lager erreichen Linke und FDP (jeweils 88 Prozent).

Das Institut Infratest-Dimap befragte für den WESER-KURIER telefonisch vom 24. bis 30. Januar 1000 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte im Land Bremen.


Sonntagsfrage
Zufriedenheit mit den Spitzenkandidaten