Neues Wohnbaugebiet in Oberneuland Büropark ist endgültig Geschichte

Für eines der größten Wohnbauprojekte, die es derzeit in Bremen gibt, ist am Donnerstag der Grundstein gelegt worden. Unter dem Namen „Parkside Oberneuland“ sollen bis zu 200 Wohnungen entstehen.
10.04.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Büropark ist endgültig Geschichte
Von Nikolai Fritzsche

Für eines der größten Wohnbauprojekte, die es derzeit in Bremen gibt, ist am Donnerstag der Grundstein gelegt worden. Auf 35.000 Quadratmetern, gut der Hälfte des ehemals für einen Büropark vorgesehenen Geländes, sollen unter dem Namen „Parkside Oberneuland“ bis 2019 zwischen 180 und 200 Wohneinheiten entstehen, ein Viertel davon Sozialwohnungen. Das Investitionsvolumen beträgt rund 53 Millionen Euro. Das Bauvorhaben zählt zu den Pilotprojekten des Bremer Bündnisses für Wohnen.

Im Moment weist das Straßenschild „Büropark Oberneuland“ noch den Weg in eine trostlose Gegend Bremens. Einige Bürogebäude sind über 6,5 Hektar Brachland verstreut. Es ist nicht zu übersehen, dass jemand einst viel mit diesem Gebiet vorhatte. Und dass sehr wenig davon Wirklichkeit geworden ist.

Nun hat wieder jemand große Pläne für den Bereich, der zwischen dem Ortskern von Oberneuland und der Autobahn liegt: das Wohnbau-Konsortium Brik. Anders als beim geplanten und nur in kleinen Teilen gebauten Büropark geht es aber tatsächlich voran. Im März 2016 sollen die ersten Eigentümer an der Johann-Neudörffer-Straße einziehen können.

Dort werden im ersten von vier Bauabschnitten 71 Reihenhäuser errichtet. Neun davon sind bereits verkauft, wie Peter Sakuth bei der Grundsteinlegung sagte. Sakuth, Ex-SPD-Innensenator, ist Mitinhaber der an Brik beteiligten Rausch Wohnbau. Der Großteil der übrigen Häuser sei bereits reserviert. In den folgenden Bauabschnitten sollen Geschosswohnungen und weitere Reihenhäuser entstehen.

Bei letzteren werden zwei verschiedene Typen angeboten: 147 beziehungsweise 170 Quadratmeter Wohnfläche verteilen sich auf drei Geschosse; die Preise beginnen bei 290 000 beziehungsweise 340 000 Euro. Zu jedem Haus gehören eine Dachterrasse, ein Carport sowie 180 bis 300 Quadratmeter Grundstück.

Die bisher 280 Interessenten für die Reihenhäuser seien größtenteils Familien und junge Paare gewesen, sagte Sakuth. Diese dürften sich freuen, dass dem Bau einer Kita nichts im Wege stehe. Die Brik werde diesen unterstützen, ein Träger stehe bereit. Wie berichtet, würden der Kindergarten Achterdiek und das Montessori-Kinderhaus gerne gemeinsam eine Kita im Wohn-Büropark eröffnen.

Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) äußerte die Hoffnung, mit dem neuen Wohngebiet Menschen zurück in die Stadt zu holen, die derzeit jenseits der Landesgrenze wohnen. Nach Sakuths Einschätzung könnten 20 bis 25 Prozent der künftigen Eigentümer aus Niedersachsen nach Bremen ziehen. In diesem Bereich liege deren Anteil bei vergleichbaren Projekten wie dem Deichland in Habenhausen.

Ein Knackpunkt bei den Verhandlungen zwischen Brik und Baubehörde war der Anteil von 25 Prozent an Sozialwohnungen gewesen, der bei größeren Wohnbauprojekten in Bremen vorgeschrieben ist. „Diesen Anteil werden wir erfüllen, vielleicht sogar übertreffen“, sagte Sakuth. Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne) lobte die Brik dafür: „Dieses ist das erste Projekt, bei dem die festgelegten 25 Prozent an sozialem Wohnungsbau ohne Beteiligung der Gewoba umgesetzt werden.“ Das zeige, dass die Botschaft des Senats bei den Bauherren angekommen sei: „Bremen will in allen Stadtteilen ein Miteinander verschiedener gesellschaftlicher Gruppen.“

Die ersten Sozialwohnungen sollen im zweiten Bauabschnitt entstehen, der für Herbst dieses Jahres vorgesehen ist: In zwei Gebäuden mit jeweils vier oder fünf Geschossen sind derzeit 48 Wohneinheiten geplant, von denen ein Teil staatlich bezuschusst wird.

Das 6,5 Hektar große Gelände war in den 1990er-Jahren als Büropark Oberneuland erschlossen worden. Im März 2014 verkaufte die Wirtschaftsförderung Bremen gut die Hälfte des Gebiets an das Konsortium Brik-Wohnbau, einen Zusammenschluss aus fünf großen Bremer Bauträgern: Müller & Bremermann, Gebr. Rausch Wohnbau, Interhomes, Koenen-Bau und Nord-Bau. Diese hatten das Gelände vor einem Jahr erstanden. Der Kaufpreis soll bei fünf Millionen Euro gelegen haben.

Insbesondere aus der CDU-Fraktion in der Bürgerschaft war Kritik am Verkauf geäußert worden. Stein des Anstoßes: Das Baugebiet war ohne Ausschreibung an die Brik vergeben worden, obwohl andere Interessenten angeblich bereit gewesen wären, mehr zu zahlen. Zudem kritisierte die CDU, die Bürgerschaft sei unzureichend informiert worden. Die Baubehörde begründete die freihändige Vergabe damit, dass so eine schnelle Bebauung möglich sei.

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