Gehwege seien zu schmal für genug Abstand

BUND Bremen: Straßen in Corona-Zeit zu Fußgängerzonen machen

Mehr Platz für Fußgänger - das fordert der BUND Bremen in der Corona-Krise. Da auf den Gehwegen nicht genug Platz zur Einhaltung der Abstandsregeln sei, müssten auch die Straßen Fußgängerzonen werden.
08.04.2020, 15:24
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BUND Bremen: Straßen in Corona-Zeit zu Fußgängerzonen machen
Von Michael Rabba
BUND Bremen: Straßen in Corona-Zeit zu Fußgängerzonen machen

So sah es am autofreien Sonntag 2013 am Leibnizplatz aus. Der BUND fordert, die geplante autofreie Bremer Innenstadt während der Corona-Krise schon mal auszuprobieren, damit Fußgänger mehr Platz für den gebotenen Abstand haben.

Walter Gerbracht

Die Gehwege in der Stadt sind viel zu schmal, um die Corona-Abstandsregeln einzuhalten, findet der BUND Bremen - und fordert deshalb, die Straßen innerhalb der bereits als künftige autofreie Zone geplanten Innenstadt während der Corona-Krise zu Fußgängerzonen zu machen.

Auf dem Weg zur Arbeit, beim Einkaufen, Spazierengehen oder Joggen „merken wir plötzlich in aller Deutlichkeit, wie wenig Platz dem Fuß- und Radverkehr auf unseren Straßen zugeteilt ist“, schreibt Martin Rode, Geschäftsführer des Bremer Landesverbandes des Bund für Umwelt und Naturschutz, in einer Mitteilung. Diese „ungerechte Verteilung muss als Teil der Pandemie-Notfallmaßnahmen jetzt dringend geändert werden – denn in diesen Wochen geht es um unser aller Gesundheit!“ Als Folge fehlender Alternativen würden zahlreiche Menschen derzeit die Parkanlagen aufsuchen.

Der BUND sieht deshalb in einer „Sperrung der Straßen innerhalb der eh geplanten autofreien Innenstadt“ einen wichtigen Schritt, um den Menschen mehr Möglichkeiten zum Spazierengehen zu bieten. „Wir wollen, dass die Menschen in Bremen gesund bleiben. Dazu gehört neben allen bisherigen Sicherheitsmaßnahmen die körperliche Fitness“, so Rode. „Gerade für die Menschen in den Innenstadt-nahen Quartieren brauchen wir mehr Platz, damit diese sich nicht an der Schlachte oder dem Osterdeich drängen. Zusätzliche Flächen gibt es im Straßenraum zur Genüge, warum nicht einfach mal die autofreie Innenstadt ausprobieren.“

Bremen sollte dem Beispiel der Stadt New York folgen und die Straßen „weitestgehend“ vom Autoverkehr befreien. Ausnahmen sollte es lediglich für Fahrten der Einsatzkräfte, Müllabfuhr, Taxis und natürlich von Bus und Tram sowie für notwendige Privatfahrten von Anwohnern oder zur Arbeit geben, so der BUND-Geschäftsführer weiter.

Auch mit Blick auf die Belastung der Atemluft in der Stadt fordert der BUND Verkehrsbeschränkungen. Die Feinstaubbelastung in Bremen überschreite zwar zurzeit nicht die europaweit geltende Grenze von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft. Diese liege aber weit über der von der WHO empfohlenen Grenze von 10 Mikrogramm.

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