Valentin-Wildnis BUND kauft ein 23 Hektar großes Waldgebiet in Farge-Rekum

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat die 23 Hektar große Naturoase südlich des Denkorts Bunker Valentin in Farge-Rekum gekauft. Die sogenannte Valentin-Wildnis soll so dauerhaft erhalten werden.
18.04.2017, 18:28
Lesedauer: 2 Min
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BUND kauft ein 23 Hektar großes Waldgebiet in Farge-Rekum
Von Julia Ladebeck

Der Bund für Umwelt und Naturschutz hat die 23 Hektar große Naturoase südlich des Denkorts Bunker Valentin in Farge-Rekum gekauft. Die sogenannte Valentin-Wildnis soll so dauerhaft erhalten werden.

Sie ist ein Paradies für Vögel und Insekten. Die sogenannte Valentin-Wildnis, wie die Naturschützer vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) das Areal südlich des Denkorts Bunker Valentin in Farge-Rekum bezeichnen, konnte sich fast 70 Jahre lang nahezu ungestört entwickeln.

Laut BUND handelt es sich um die größte Fläche in Bremen, auf der ein natürlicher Wald heranwachsen konnte. Um diese 23 Hektar große Naturoase dauerhaft zu erhalten, hat der Bremer BUND-Landesverband sie jetzt mithilfe von Spendengeldern für 23.000 Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben gekauft.

Schutz der Valentin-Wildnis

Ziel des Umweltverbandes ist es, die Entwicklung der Valentin-Wildnis zum Urwald dauerhaft sicherzustellen. „In Zeiten knapper werdender Flächen und zunehmenden Siedlungsdruckes wird es immer wichtiger, die vorhandenen grünen Inseln zu schützen“, betont Dieter Mazur, Vorsitzender des Bremer BUND-Landesverbands.

Deshalb habe der BUND entschieden, die Fläche zu kaufen. Das Geld dafür wurde in einer dreimonatigen Spendenkampagne zusammengetragen: 30.000 Euro wurden gespendet. Von dem Geld soll nun auch ein Konzept erarbeitet werden. Klar ist: Eingriffe in die Natur bleiben in der Valentin-Wildnis tabu.

Der Uhu hat sich das Areal zum Revier auserkoren. Auch Nachtigallen, Spechte, Blaukehlchen, diverse Grasmückenarten und zahlreiche Insekten leben in dem Gebiet mit seinem dichten Baumbestand aus Weiden, Birken und Pappeln, umgestürzten Bäumen und Totholz. Der Bunker dient außerdem bis zu 5000 Fledermäusen als Winterquartier, „und gehört damit zu den bedeutendsten Fledermaus-Winterquartieren in ganz Nordwestdeutschland“, erzählt BUND-Vorstandsmitglied Joachim Seitz.

Gegenwart und Vergangenheit des Areals

Der BUND will weiterhin die ungestörte Waldentwicklung ermöglichen, aber auch in enger Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen vom Denkort Bunker Valentin über Gegenwart und Vergangenheit des Areals informieren. Erste Gespräche mit Denkort-Leiter Marcus Meyer gab es bereits. „Wir überlegen gemeinsam, wie man das Gelände erfahrbar machen kann.“

Das Ziel sei eine Kombination der historischen und naturschutzfachlichen Aspekte. „Es soll ein Ort der besonderen Naturerlebnisse sein“, sagt der Vorsitzende. Er betont aber auch: „Spaziergänger sollten das Gebiet abseits der Wege nicht betreten, um die Natur und die Tierwelt nicht zu stören.“

Der Denkort-Leiter hatte bereits im März angekündigt, er könne sich vorstellen, den Rundweg auf einem Trampelpfad am Rande der Valentin-Wildnis auszuweiten. Auf dem Gebiet befinden sich noch zahlreiche Überreste aus der Nazizeit, während der Tausende Zwangsarbeiter auf der Bunkerbaustelle bis zur Erschöpfung arbeiten mussten. Unter anderem gibt es im Archiv des Bunker-Denkorts Fotos, die das Gebiet zeigen, bevor es zur Naturoase wurde.

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