Neues Umweltprojekt in Findorff

BUND pflanzt Obstbäume für die Bremer Tafel

Bremen. Noch ist Alkmene ein dünnes Ding. Doch in Findorff kann sie nun groß und alt werden. Alkmene gehört zu den acht jungen Obstbäumen, die gerade auf zwei Parzellen angepflanzt worden sind.
15.11.2012, 05:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von Anke Velten
BUND pflanzt Obstbäume für die Bremer Tafel

Junge Obstbäume traditioneller Sorten pflanzen 15 Engagierte unter fachkundiger Anleitung des BUND auf einer neu kultivierten Parzelle der Kleingärtnergemeinschaft Eiche. Die Ernte verteilt die Bremer Tafel an Bedürftige.

Scheitz

Bremen. Noch ist Alkmene ein dünnes, unauffälliges Ding. Doch in Findorff kann sie nun groß und alt werden und dabei viel Gutes für ihre Umwelt tun. Alkmene gehört zu den acht jungen Obstbäumen traditioneller Sorten, die gerade auf zwei Parzellen der Kleingärtnergemeinschaft Eiche angepflanzt worden sind.

Der Bremer Landesverband des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) hat das Projekt initiiert, naturnahe Obstgärten zugunsten der Bremer Tafel anzulegen. Viele freiwillige Unterstützer aus der ganzen Stadt tragen nun dazu bei, dass die Idee nachhaltige Früchte trägt.

15 engagierte Bremerinnen und Bremer zwischen Mitte 20 und über 70 Jahren hatten sich auf einen Zeitungsaufruf des BUND gemeldet. Sie pflanzten jetzt unter fachkundiger Anleitung von BUND-Fachberater Ingo Sucher auf dem Findorffer Parzellengebiet junge Bäume und Beerensträucher. Die Verbindung von sozialem und ökologischem Engagement habe sie angesprochen, erzählt Marianne Erben aus dem Viertel. Zur Vorbereitung auf den Pflanztag mussten die ehrenamtlichen Gärtner bereits zwei Monate hart arbeiten. Denn sie mussten die seit Jahren brachliegenden Parzellen von Wildwuchs befreien. "Ich sehe das als Ausgleich für meinen beruflichen Alltag am Schreibtisch", sagt Lars Quitmeyer aus Arbergen.

Die beiden Findorffer Parzellen sollen dazu beitragen, die biologische Vielfalt in der Stadt zu stärken, erläutert BUND-Projektleiterin Heike Schumacher. Immer mehr große Obstbäume verschwänden aus den Gärten, denn schnell wachsende, rasch tragende, aber auch kurzlebige Kleinbäume seien im Trend.

"Wir versuchen schon lange, die Kleingärtner davon zu überzeugen, mehr Halb- oder Hochstämme anzupflanzen", berichtet die Diplom-Biologin. "Solche Bäume können bis zu 100 Jahre alt werden und bieten einen Lebensraum für viele Insekten und Vögel, die in der Stadt immer seltener zu sehen sind." Naturschützer würden daher gerne viel mehr der sogenannten "Streuobstwiesen" sehen, naturnahe Obstgärten, die wertvolle Biotope darstellen. Ohne Pflegeaufwand wird der Findorffer "Tafel-Garten" allerdings auch nicht auskommen. "Der Schnitt von Obstbäumen ist eine Wissenschaft für sich", weiß Heinz Wieloch. In den vergangenen zwei Monaten hat er bereits vieles durch die BUND-Beratung gelernt, was er nun in seinem eigenen Garten umsetzen kann: "Ich habe einen schnell wachsenden Boskop und stand bis jetzt jedes Jahr etwas ratlos davor", erzählt der 72-jährige Oslebshauser. In Findorff wurde die ehrenamtliche Gärtnergruppe mit offenen Armen aufgenommen. "Wir haben viel Unterstützung bekommen. Der Kleingartenverein hat uns die Parzellen pachtfrei überlassen, der Recyclinghof half, den Pflanzenabfall abzutransportieren", erzählt Schumacher. "Und unsere Parzellennachbarn liehen Geräte und spendeten viel Obst für die Bremer Tafel." Bis Wangenheimer Zwetschge, Celler Dickstiel, Ananasrenette oder Alkmene in den "Tafel-Gärten" Früchte tragen, werden noch einige Jahre ins Land gehen, erklärt Ingo Sucher. Bis dahin ist der BUND für weitere Obstspenden dankbar. Denn bei den Kunden der Bremer Tafel kämen die leckeren Früchte aus den Bremer Gärten hervorragend an, weiß Heike Schumacher: "Gegen die alten Obstsorten hat die Supermarkt-Ware keine Chance!"

Wer aktiv an dem Projekt mitarbeiten, Obst oder Gartengeräte spenden möchte, kann sich bei Heike Schumacher melden – per E-Mail an

heike.schumacher@bund-bremen.net oder telefonisch unter der Nummer 7900256.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+