Ehrung für Gründerin des Overbeck-Museums

Bundesverdienstkreuz für Gertrud Overbeck

Bremen. Gertrud Overbeck betastet ihr Revers. Was sie fühlt ist weiches Textil. Nicht gerade das, wonach ihre Finger gesucht haben. Schnell schiebt sie den Schal unter ihren Blazer. Und da blitzt es: das Bundesverdienstkreuz am Bande, das die 67-Jährige gerade von Bürgermeister Jens Böhrnsen angesteckt bekommen hat.
11.03.2010, 00:20
Lesedauer: 2 Min
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Bundesverdienstkreuz für Gertrud Overbeck
Von Barbara Wenke

Bremen. Gertrud Overbeck betastet ihr Revers. Was sie fühlt ist weiches Textil. Nicht gerade das, wonach ihre Finger gesucht haben. Schnell schiebt sie den Schal unter ihren Blazer. Und da blitzt es: das Bundesverdienstkreuz am Bande, das die 67-Jährige gerade von Bürgermeister Jens Böhrnsen angesteckt bekommen hat.

Über 50 Personen haben sich im Kaminsaal des Bremer Rathauses eingefunden, um dabei zu sein, wenn Jens Böhrnsen im Auftrag von Bundespräsident Horst Köhler Gertrud Overbeck mit der hohen Auszeichnung versieht. Die Gründerin des Overbeck-Museums in der Alten Hafenstraße in Vegesack sowie der Schönebecker Ökologiestation nimmt die Ehrung gerührt entgegen.

Auch in der Stunde ihrer Auszeichnung bleibt die Geehrte sich und ihrer Bescheidenheit treu und verweist auf ihre vielen Mitstreiter, ohne die ihre Verdienste nicht möglich gewesen wären. Beispielsweise auf ihren Vetter vierten Grades, Gerd Overbeck. 'Ohne Dich wäre gar nichts in Gang gekommen', bedankt sie sich. Er sei es gewesen, der den Trägerverein gründete.

Gertrud Overbeck sei eingebettet in einen großen Helferkreis, meinte auch Dietlef Meyer-Mölck, Vorstand im Trägerverein des Overbeck-Museums. Er bedient sich eines Bonmots des Apostels Paulus, wonach sich alle Glieder freuten, wenn ein Glied sich freue. Doch handele es sich in diesem Fall nicht nur um Freude. Das Bonmot ließe sich auch auf die Ehrung übertragen. Die Arbeit aller Glieder (in diesem Fall Helfer) werde geehrt, weil ein Glied (Gertrud Overbeck) geehrt wird.

Friederike Daugelat, Leiterin des Overbeck-Museums, würdigt die Vision Gertrud Overbecks, 'den Bildern ihrer Großeltern eine Heimat zu geben'. Insbesondere den Werken ihrer Großmutter Hermine Overbeck-Rohte habe sie damit zu Anerkennung verholfen, denn zu Lebzeiten hatte diese sich stets als Schülerin ihres Mannes gesehen und nie selbst ausgestellt. Für das kommende Jahr sei gar eine Einzelausstellung Hermine Overbeck-Rohtes geplant, blickt Daugelat erfreut voraus.

Über das zweite große Engagement der neuen Bundesverdienstkreuzträgerin spricht Laudator Jens Böhrnsen. Gertrud Overbeck habe die Schönebecker Ökologiestation zu einer Zeit gegründet, als noch nicht viele Menschen über Ökologie gesprochen hätten. Unzählige Kinder, Jugendliche und Erwachsene hätten in der Einrichtung Einblicke in Umweltthemen erhalten.

Gertrud Overbeck ist sichtlich gerührt ob der Ehrung. Sie vergisst aber nicht, auf weiter anstehende Arbeit hinzuweisen. Die Zukunft der Ökologiestation stehe trotz hochqualifizierter Kurse 'auf relativ schwachen Füßen', lässt Gertrud Overbeck wissen. Dennoch lebe in ihr die Hoffnung, dass es mit den beiden von ihr ins Leben gerufenen Institutionen weitergehe.

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