Ende einer Ära Bundeswehr verlässt Bunker Valentin

Bremen. 44 Jahre lang fungierte der U-Boot-Bunker Valentin in Farge als Materiallager für die Bundesmarine. Jetzt bricht in Bremens Nordwestzipfel eine neue Zeitrechnung an. Künftig dient der Bunker ausschließlich als Gedenk- und Erinnerungsstätte dient.
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Von Friedrich Caron-Bleiker

Bremen. 44 Jahre lang diente der U-Boot-Bunker Valentin in Farge als Materiallager für die Bundesmarine. Jetzt bricht in Bremens Nordwestzipfel eine neue Zeitrechnung an. Mit einem feierlichen Außerdienststellungsappell setzte die Bundeswehr einen Schlusspunkt hinter ihre Präsenz im Bunker, der künftig als Gedenk- und Erinnerungsstätte dient.

Fregattenkapitän Armin Glaß, Kommandant des Marinematerialdepots Wilhelmshaven, zu dem der Standort Farge bislang gehörte, erläuterte den Rahmen der Veranstaltung: 'Die Vergangenheit dieses Ortes lässt ein stilles Abtreten nicht zu.'

Für die nationalsozialistische Kriegsführung war der Bunker von enormer Bedeutung. Hier sollten ab August 1945 jährlich 150 U-Boote in Fließbandproduktion hergestellt werden. Dafür schufteten zwischen 1943 und der Befreiung im Frühling ?45 täglich bis zu 8000 Zwangsarbeiter unter unmenschlichen Bedingungen. Ihr Schicksal steht im Mittelpunkt der künftigen Nutzung des Bunkers Valentin. Zum Jahreswechsel geht das Gelände über in den Besitz der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben, bis zum 1. Januar wird er verwaltet vom Bundeswehrdienstleistungszentrum in Schwanewede. Dessen stellvertretender Leiter Axel Rohde nahm gestern bei einer symbolischen Übergabe den Schlüssel für den Bunker aus den Händen von Fregattenkapitän Glaß entgegen - es folgte Musik vom Schifferchor Rekum. Zuvor gestaltete das Marinemusikkorps 'Nordsee' aus Wilhelmshaven den Appell - mit Traditionsmärschen wie 'Preußens Gloria' und 'Großer Kurfürst', am Ende erklang die Nationalhymne.

Bremens Landesregierung, die in den vergangenen Monaten mit der Landeszentrale für politische Bildung am Nutzungskonzept für die Bunker-Gedenkstätte gefeilt hat, war mit Innensenator Ulrich Mäurer beim Außerdienststellungsappell vertreten. 'Dieser Ort ist für die Freie Hansestadt von besonderer Bedeutung', erklärte Mäurer, 'ich hoffe, dass der Bunker zu einem Erinnerungsort für die nachfolgende Generation wird.' Die bisher schon mit Führungen im Bunker engagierten Vereine 'Internationale Friedensschule' und 'Gedenkstätte Lagerstraße' werden auch unter den neuen Bedingungen in die Nutzung der Gedenkstätte miteinbezogen.

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