Schlafprobleme

Bundesweite Studie: Bremer schlafen am schlechtesten

Eine bundesweit angelegte Studie bescheinigt Bremern die größten Schlafprobleme. Die Erhebung war von einer Krankenkasse in Auftrag gegeben worden.
23.01.2019, 19:40
Lesedauer: 2 Min
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Von Elke Hoesmann
Bundesweite Studie: Bremer schlafen am schlechtesten

Vor allem das Durchschlafen bereitet den Bremern große Probleme.

Christin Klose/dpa

In Bremen wird schlecht geschlafen – das legt zumindest eine Studie im Auftrag der Krankenkasse Barmer nahe. Demnach waren im Land Bremen nur 53,1 Prozent der Befragten mit ihrem Schlaf insgesamt zufrieden. „Der geringste Wert in ganz Deutschland“, sagt Andreas Lakemann, Regionalgeschäftsführer der Barmer in Bremen.

Das größte Problem sei das Durchschlafen: Mit 46,9 Prozent der Befragten weise Bremen dabei den geringsten Wert auf, die Niedersachsen dagegen lägen laut Studie mit 57,7 Prozent sogar drei Prozentpunkte über dem Bundesdurchschnitt. Für die Erhebung hatte das Institut Ipsos Observer 4000 Menschen bundesweit online zur Schlafgesundheit befragt. Laut Barmer ist die Umfrage von 2018 repräsentativ.

Mehrheit würde gerne länger schlafen

Beim Einschlafen haben die Bremer offenbar weniger Probleme: 62,5 Prozent hätten angegeben, relativ gut in den Schlaf zu finden, sagte ein Sprecher der Barmer. Damit erreichten sie fast den Bundesdurchschnitt (62,6). Doch bei ihrer Schlafzufriedenheit insgesamt sehe es deutlich schlechter aus, und dies liege nicht daran, dass sie in einem Stadtstaat lebten. „In Hamburg äußerten sich 63,6 Prozent der Befragten zufrieden, im Stadtstaat Berlin sogar 66,3 Prozent.“ An der Spitze der Zufriedenheitsliste stehen die Sachsen (68,5), gefolgt von Baden-Württembergern und Rheinland-Pfälzern.

Die Mehrheit der befragten Bremer würde gerne länger schlafen: 65,6 Prozent von ihnen hätten diesen Wunsch geäußert, so der Sprecher der Krankenkasse. Bundesweit seien es 62,5 Prozent der Teilnehmer gewesen. Nur 43,8 Prozent der Bremer fühlten sich gut ausgeschlafen. Bundesweit lag der Wert laut Studie bei 48,7 Prozent. In Niedersachsen läuft es noch besser; mehr als die Hälfte der Befragten ruht dort ausgesprochen gut: 53,1 Prozent hätten angegeben, ausgeschlafen zu sein, berichtete der Kassensprecher. Was einen erholsamen Schlaf vor allem beeinträchtigt, seien neben der Smartphone-Nutzung im Schlafzimmer berufliche, finanzielle und familiäre Sorgen. Hinzu kämen Stress, Gesundheitsprobleme, Harndrang oder aufwachende Kinder.

Studie liefert keine Erklärung

Eine Erklärung, warum ausgerechnet Bremer mit den größten Durchschlafproblemen bundesweit kämpfen sollen, liefert die Studie nicht. Auch die Barmer konnte auf Anfrage keine Gründe nennen. Wir baten deshalb Professor Andreas Kastrup, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Klinikum Bremen-Ost, um eine Einschätzung. Ihm zufolge könnten Faktoren wie schlechte Lebensgewohnheiten sowie Konsum von Alkohol und anderer Substanzen für die Bremer Ergebnisse mitverantwortlich sein. Das seien aber nur erste Annahmen, betonte Kastrup, er kenne die Studie und deren Methodik nicht.

Im Land Bremen ist die Zahl der Langzeitarbeitslosen und von Armut bedrohter Menschen besonders hoch. „In Bremen ist es jedoch nicht lauter als in Hamburg oder Berlin“, sagte Kastrup. Deshalb taugten äußere Einflussfaktoren wie Straßen- oder Fluglärm nicht als Erklärungsansatz. Sabine Bunten, Chefärztin der Schlafmedizin im Klinikum Ost, hatte in einem Interview unserer Zeitung ausgeführt, die häufigste Durchschlafstörung habe keine organische Ursache. Während die Störung bei einigen wieder verschwinde, verselbstständigte sie sich bei anderen – „gefördert durch Fehlverhalten“.

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