„Ökumenische Staffel der Gastfreundschaft“ in Wittenberg ausgezeichnet

Bundesweiter Preis geht nach Bremen

Bremen/Wittenberg. In Bremen nannte man es bald „La Ola der Gastfreundschaft“. Kirchengemeinden aller Konfessionen besuchten sich im Rahmen der von der Bremischen „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK) organisierten „Ökumenischen Staffel der Gastfreundschaft“ gegenseitig, lernten einander kennen, verstanden einander besser.
23.01.2017, 00:00
Lesedauer: 2 Min
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Von Benjamin Lassiwe

Bremen/Wittenberg. In Bremen nannte man es bald „La Ola der Gastfreundschaft“. Kirchengemeinden aller Konfessionen besuchten sich im Rahmen der von der Bremischen „Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen“ (ACK) organisierten „Ökumenischen Staffel der Gastfreundschaft“ gegenseitig, lernten einander kennen, verstanden einander besser. Auch auf der Bundesebene waren die Bremer damit ein Vorbild: Am Sonntag wurde das Projekt in der sachsen-anhaltischen Lutherstadt Wittenberg mit dem mit 3000 Euro dotierten Ökumenepreis 2017 der bundesweiten Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen ausgezeichnet.

„Es ging um ein ganz realistisches, reales Kennenlernen des Anderen“, sagte der orthodoxe Vertreter im Vorstand der ACK, Erzpriester Constantin Miron. Das Bremer Projekt sei theologisch, ökumenisch und lehrreich gewesen. „Man stand immer in der Gefahr, den eigenen Vorgarten, das eigene Wolkenkuckucksheim zu verlassen.“ Auch Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU), der die Schirmherrschaft über den Preis übernommen hatte, würdigte in einem schriftlichen Grußwort das Projekt aus Bremen. „Mit einem Besuchsreigen, an dem insgesamt 42 Gemeinden beteiligt waren, stieß die ökumenische Initiative eine Welle der Gastfreundschaft unter den verschiedenen Denominationen der Hansestadt an“, erklärte Lammert. Kirsten Mittmann, Bildungsreferentin im evangelischen Bildungswerk Bremen und eine der Initiatorinnen des Projekts, sagte, man plane derzeit, die gegenseitigen Besuche ab Pfingsten wieder aufleben zu lassen. „Man hat in der Staffel Menschen kennengelernt, die man sonst nicht getroffen hätte“, sagte Mittmann. Als lutherisch geprägte Theologin besuche sie sonst eher selten etwa eine syrisch-orthodoxe Gemeinde. Zudem hätten die Gemeinden auch über die Grenzen der einzelnen Stadtteile hinweg Kontakte aufgenommen.

Zuvor hatte in Wittenberg in Anwesenheit von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Rainer Haseloff der zentrale Gottesdienst der ACK aus Anlass des Reformationsjubiläums stattgefunden. „Wir sind dankbar und froh, dass wir das Reformationsjubiläum 2017 gemeinsam als Christusfest begehen können“, sagte dabei der katholische Bischof von Speyer, Karl-Heinz Wiesemann. Das Verbindende zwischen den Kirchen sei mittlerweile stärker als das Trennende. Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, erinnerte daran, dass Martin Luther keine neue Kirche gründen wollte. „Er wollte einen neuen Frömmigkeitsimpuls geben“, sagte Bedford-Strohm. Er habe die Hoffnung und die Sehnsucht, dass es weitere sichtbare Schritt zur Einheit der Kirchen geben könne. „Nicht mit einem bestimmten Zeitplan“, sagte Bedford-Strohm. „Aber ich weiß, dass der Heilige Geist Dinge tun kann, die wir uns nicht zu erträumen wagen.“

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