Stadtteil beteiligt sich an einem groß angelegten Forschungsprojekt zur Gesundheit von Senioren

Burglesum in Bewegung

Burglesum. Es ist bekannt, dass es für die Gesundheit besser ist, die Treppe statt den Fahrstuhl zu nehmen, öfter zu Fuß zu gehen und das Rad zu benutzen. Nun aber soll auch wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass körperliche Aktivität im Alter das Erkrankungs- und Verletzungsrisiko verringert.
25.06.2016, 00:00
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Es ist bekannt, dass es für die Gesundheit besser ist, die Treppe statt den Fahrstuhl zu nehmen, öfter zu Fuß zu gehen und das Rad zu benutzen. Nun aber soll auch wissenschaftlich nachgewiesen werden, dass körperliche Aktivität im Alter das Erkrankungs- und Verletzungsrisiko verringert. Zudem sollen Ideen entwickelt werden, wie ältere Menschen dazu zu bewegt werden können, aktiv zu bleiben oder zu werden. An einem entsprechenden Forschungsprojekt des Präventionsnetzwerkes mit dem Namen „Aequipa“ beteiligt sich Burglesum mit Veranstaltungen in den Ortsteilen.

Sechs Hochschulen, zwei Forschungsinstitute und die Gesundheitswirtschaft Nordwest beteiligen sich an dem Forschungsprojekt. Es geht im Wesentlichen darum zu belegen, dass Bewegungsförderung im Alter dazu beiträgt, Krankheiten zu vermeiden und die Lebensqualität zu erhöhen. Das gesunde Altern steht im Vordergrund. Für die Altersgruppe ab 65 Jahren soll auch erforscht werden, welche Angebote geeignet sind und wie Menschen angespornt werden können, sich mehr zu bewegen. Aus ganz unterschiedlichem Blickwinkel sollen Erkenntnisse gewonnen werden. Beispielsweise, welche neuen technischen Hilfsmittel hilfreich sein könnten. Es geht um die individuellen Bedingungen, weshalb ältere Menschen Angebote wahrnehmen oder auch nicht, wie sie angesprochen und erreicht werden können und wie Kommunen dazu beitragen, dass ältere Menschen Angebote wahrnehmen. Stichwort: Handlungsbereitschaft der Gemeinden.

In 24 Kommunen hat es nach Auskunft von Tobias Ubert, Projektmanager Gesundheitswirtschaft Nordwest, Erhebungen gegeben. Als Folge wird nun ein praktischer Teil mit Veranstaltungen in Burglesum hinzugefügt. Hier sollen Menschen ab 65 Jahren in Bewegung gebracht werden. Ubert ist Koordinator für das Forschungsprojekt in Burglesum. Zusammen mit dem Ortsamt wurde das Anliegen an Vereine, Seniorenvertretungen, die Träger von Seniorenheimen und andere Akteure im Stadtteil herangetragen.

Es gibt nun eine Arbeitsgruppe, die Veranstaltungen entwickelt. Der Obertitel: „Burglesum in Bewegung – Im Alter fit, komm’ mach mit!“ Laut Ubert soll es Mitmachaktionen in St. Magnus, Lesum, Marßel und Burg-Grambke geben. Zwei Veranstaltungen stehen schon fest: eine Wanderung in St. Magnus und ein Erlebnistanz-Nachmittag in Burg-Grambke.

Weitere Veranstaltungen sollen noch dazukommen. Man möchte herausfinden, was getan werden kann, um das Bewusstsein für das Thema Bewegung zu fördern. „Wir wollen weg von der reinen Information“, sagt Ubert. Er meint damit, dass nicht nur mit Vorträgen über das Thema informiert werden soll. Vielmehr sollen inhaltliche Beiträge zusätzlich in die Mitmachaktionen einfließen, eventuell in Gestalt von Ständen mit Info-Material oder Vorträgen im Anschluss an das aktive Programm.

In Burglesum soll auf diese Weise erforscht werden, welche Angebote und Programme wirksam sind. Man möchte herausbekommen, wie die Handlungsbereitschaft im Stadtteil aussieht, Bewegung bei älteren Menschen zu fördern. Man möchte dazu beitragen, dafür das Bewusstsein zu stärken und herausfinden, auf welche Weise man das Klientel erreicht. Dazu gehört auch, nach den Veranstaltungen nachzuhaken, ob die Angebote Teilnehmer und Teilnehmerinnen dazu angeregt haben, weiterzumachen. Die Ergebnisse aus Burglesum und aus den anderen Gemeinden sollen dann in die große Studie fließen.

Ortsamtsleiter Florian Boehlke erhofft sich durch die Teilnahme seines Stadtteils am Forschungsprojekt, dass durch die Veranstaltungen ältere Menschen anders erreicht werden, dass sie Tipps bekommen. Interessant sei auch, dass es nun nach den Veranstaltungen eine Rückmeldung gebe, ein Feedback. Davon erhofft er sich weitere Angebote der Vereine in Burglesum. „Ich wünsche mir, dass Nachhaltigkeit entsteht.“ So könnte er sich unter anderem vorstellen, dass Vereine beispielsweise an einem bestimmten Tag im Jahr zu Aktionen unter dem Motto „Fit im Alter“ aufrufen oder andere „niederschwellige Angebote“ entwickeln.

Informationen zum Arbeitskreis und der Veranstaltungsreihe: Tobias Ubert, Gesundheitswirtschaft Nordwest, 0421/ 33 62 73 15, t.ubert@gwnw.de und zur Forschungsstudie: Rufnummer 0800/2477245, E-Mail: fit-im-nordwesten@leibniz-bips.de

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