Flächen im ehemaligen Sortiergebäude sollen reserviert werden / Ausschuss fordert Lösung für Kämmereimuseum

BWK: Die Kultur will ihren Anteil

Blumenthal. „Sind wir nicht verpflichtet, die Geschichte der BWK für die Nachwelt zu erhalten?“ Eine Frage, die sich Detlef Gorn, Vorsitzender des Fördervereins BWK-Museum, seit längerem stellt und klar mit Ja beantwortet. Warum ihm die Erinnerungsstätte so wichtig ist, erläuterte er jetzt im Kulturausschuss des Blumenthaler Beirates.
09.04.2016, 00:00
Lesedauer: 2 Min
Zur Merkliste
Von DORIS FRIEDRICHS
BWK: Die Kultur will ihren Anteil

Im Herbst 2015 hat der Förderverein die Ausstellung „Frauen auf der BWK“ gezeigt. Jetzt ist die nächste Fotoausstellung für Herbst in Vorbereitung.

Frei

„Sind wir nicht verpflichtet, die Geschichte der BWK für die Nachwelt zu erhalten?“ Eine Frage, die sich Detlef Gorn, Vorsitzender des Fördervereins BWK-Museum, seit längerem stellt und klar mit Ja beantwortet. Warum ihm die Erinnerungsstätte so wichtig ist, erläuterte er jetzt im Kulturausschuss des Blumenthaler Beirates. Ergebnis der anschließenden Diskussion: Die Kommunalpolitiker schlagen vor, im ehemaligen Sortiergebäude 43 auf dem BWK-Gelände 20 Prozent für kulturelle Nutzungen vorzuhalten.

Einen Treffpunkt für alle Generationen kann sich Detlef Gorn im früheren Sortiergebäude vorstellen. Denn: „Es ist uns klar, dass wir alleine als Kämmereimuseum keine Existenz haben.“ Als Beispiel für eine funktionierende Einrichtung nannte er das Kulturhaus Brodelpott in Walle. Das Haus beherberge Café, Bühne, Hafenarchiv, Geschichtskontor, Werkstätten, Ausstellungsräume, Ton- und Textarchiv und mehr unter einem Dach. Etwas, dass sich der Vorsitzende des Fördervereins auch für Blumenthal mit kulturhistorischem Bezug zur BWK vorstellen kann.

Das Gebäude 43 verfüge über eine Fläche von 1600 Quadratmetern auf jeder seiner vier Etagen. „Wenn man 15 Prozent für Kultur vorhält, hätten wir einen guten Ansatz für Blumenthal.“ Gorn verwies noch einmal darauf, dass 13 der Gebäude auf dem BWK-Gelände unter Denkmalschutz stehen. Dementsprechend hofft er auf die Eröffnung am Tag des Deutschen Denkmals 2016 auf dem BWK-Areal. Unabhängig davon plant Gorn, im August eine Ausstellung mit Aufnahmen zweier Nordbremer Hobby-Industriefotografen, die die verlassenen Räumlichkeiten auf dem Gelände zeigen. Titel: „Die BWK in einem anderen Licht“.

Um Angebote im Stadtteil zu bündeln, schlug Beiratsmitglied Alex Schupp (SPD) vor, gegebenenfalls das Heimatarchiv auf der Burg Blomendal ins Sortiergebäude zu verlegen. Ausschussmitglied Reinhold Koch (Bündnis 90/Die Grünen) regte an, neben dem Museum ein Café und Restaurant auf dem Gelände zu installieren, um weitere Anziehungspunkte zu schaffen. Nur die Weser angucken, das könne man auch an der Bahrsplate.

Auch Anke Krohne (Die Linke) plädierte dafür, das Gelände nicht nur unter den Aspekten Industrie und Gewerbe zu betrachten. „Dass das nicht kommt, haben wir schon gemerkt.“ Der Ausschuss müsse den Auftrag liefern, dass eben auch um Kultur geworben werde.

Ortsamtsleiter Peter Nowack verwies auf eine alte Verabredung zwischen der WFB und Bremens damaligem Bürgermeister Jens Böhrnsen, das Sortiergebäude selber zu entwickeln. 2,7 Millionen Euro stünden nach wie vor für erste Maßnahmen zur Verfügung. Europaweite Ausschreibungen für Planungsleistungen über 250 000 Euro liefen. „Wir müssen darauf drängen, dass 20 Prozent der Flächen im Sortiergebäude für Kultur vorgehalten werden.“

Ein Restaurant sei allerdings nicht für das BWK-Gelände vorgesehen. „Aber Restaurant und Kino sind auch Gewerbe.“ So sei dies im Bebauungsplan nicht ganz ausgeschlossen, es gebe aber enge Grenzen. „Wir wollten da keine großen Spielhallen oder ähnliches“, ergänzte Nowack.

Der Ausschuss beschloss am Ende einstimmig, Ausschreibung und Planungen für das ehemaligen Sortiergebäudes an der historischen Achse zügig voranzutreiben. Dabei fordert der Beirat, dass bis zu 20 Prozent der Flächen und Räume für kulturelle Zwecke genutzt werden können. Auch das Kämmereimuseum soll in dem Gebäude seine Heimat finden.

Gleichzeitig fordert der Ausschuss alle Beteiligten (auch das Bauamt) auf, durch Ausnahmegenehmigungen die Öffnung des Kämmereimuseums an Wochenenden und zu besonderen Gelegenheiten zu ermöglichen. „Damit wird die Attraktivität der historischen Achse erhöht.“

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+