Christdemokraten ohne Sitz im Beirat CDU in der Neustadt steht vor Neuanfang

Sie haben mit dem letzten Sitz im Beirat ihre politische Stimmgewalt in der Neustadt verloren: Nun suchen die Christdemokraten fieberhaft nach einem Weg, um wieder auf die Beine zu kommen.
27.03.2018, 20:06
Lesedauer: 2 Min
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CDU in der Neustadt steht vor Neuanfang
Von Karin Mörtel

Schwere Zeiten für die Christdemokratie in der Bremer Neustadt: Nach dem Verlust ihrer letzten Stimme im Beirat, versucht die Partei im Stadtteil offenbar einen Neuanfang. Wie berichtet, erklärte der CDU-Landesgeschäftsführer Heiko Strohmann zwar, die politische Arbeit in der Neustadt werde auch ohne einen Sitz im Stadtteilparlament weiterlaufen. Doch wie soll die konkret aussehen – besonders angesichts des geringen Rückhalts für die CDU in der Neustadt? Nur 69 Christdemokraten mit Parteibuch leben im einwohnerstärksten Stadtteil Bremens. Ein Jahr vor der anstehenden Beirätewahl steht die frisch gewählte Stadtbezirksvorsitzende der Neustadt, Melanie Morawietz, vor einer Mammutaufgabe.

Vorwürfe gegen Parteiführung

Wie berichtet, hat mit Vanessa Baumann-Werschky das letzte verbliebene CDU-Beiratsmitglied das Mandat niedergelegt. Sie erhebt Vorwürfe gegen die Parteiführung, die sie als unfreiwillige Einzelkämpferin zu wenig unterstützt habe. "Ich war der Partei gegenüber stets loyal und habe engagiert Basisarbeit geleistet, doch offenbar stand die Partei nicht in gleicher Weise hinter mir", sagte Baumann-Werschky dem WESER-KURIER. "Menschlich kann ich verstehen, dass sie frustriert war, aber ich kann die Vorwürfe nicht so stehen lassen, dass wir sie fachlich und emotional hängen gelassen haben", reagierte Strohmann. Die Partei sei immer ansprechbar für Beiratsmitglieder aus den Stadtteilen. Dennoch "hätten wir angesichts ihrer besonderen Lage vielleicht mehr aktiv auf sie zugehen müssen."

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Nun muss die Partei sich also unter der Führung von Melanie Morawietz in der Neustadt neu aufstellen. "Ohne Stimmrecht im Beirat und ohne Regierungsbeteiligung haben wir zur Zeit nur noch sehr eingeschränkte Möglichkeiten, da wir keine Beschlüsse mehr beeinflussen können", gesteht die neue Frau an der Spitze ein. Dennoch setze sie nun darauf, sich und die Ziele der Partei mit einem "Zug durch die Neustadt", wie sie es nennt, bekannter zu machen. Auf die Menschen zugehen und ihre Wünsche und Bedürfnisse aufnehmen – das formuliert Morawietz als vorrangiges Ziel.

Hoffnung auf langfristige Mitglieder

Ab Herbst ginge es zudem verstärkt darum, passende Kandidaten für die Beiratswahl 2019 zu finden. Erneut drei Sitze will Morawietz erringen. Und dafür persönlich geeignete Mitglieder für die Beiratsarbeit überzeugen. "Die Fluktuation der Bevölkerung und auch unserer Mitglieder ist in so einem jungen Stadtteil wie der Neustadt besonders hoch", versucht Morawietz die aktuelle Personalnot zu erklären. Außerdem sei der Stadtteil seit jeher ein schwieriges Pflaster für ihre Partei gewesen: "Die Wählerschaft ist eher links und grün geprägt, da haben wir es als CDU schwerer als in unseren Hochburgen wie Oberneuland." Sie habe dennoch die Hoffnung, durch verstärkte Präsenz im Stadtteil langfristig neue Mitglieder zu gewinnen.

Auch Strohmann versichert, er habe die Neustadt und ihren "schwierigen" Beirat bereits vor längerer Zeit zur Chefsache erklärt. Offenbar zunächst ohne Erfolg. Nun setzt er auf die "außerparlamentarische " Arbeit im Stadtteil. Seine Hoffnung: "Ich bin optimistisch, dass wir durch Kampagnen, Präsenz in den sozialen Netzwerken und den erfahrenen Leuten im neuen Stadtbezirksvorstand wieder nach vorne kommen."

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