Neujahrsfrühschoppen im Zeichen des beginnenden Wahlkampfs CDU schießt sich auf Loske ein

Vegesack. Die CDU in Bremen will als "Pro"-Partei wahrgenommen werden. Als politische Kraft, die für Infrastrukturprojekte eintritt und sich abgrenzt gegen Nörgler und weltfremde Grüne, die den Wohlstand gefährden. In dieser Tonlage haben die Nordbremer Christdemokraten gestern ihren Kommunal- und Landtagswahlkampf eröffnet.
17.01.2011, 05:00
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CDU schießt sich auf Loske ein
Von Jürgen Theiner

Vegesack. Die CDU in Bremen will als "Pro"-Partei wahrgenommen werden. Als politische Kraft, die für Infrastrukturprojekte eintritt und sich abgrenzt gegen Nörgler und weltfremde Grüne, die den Wohlstand gefährden. In dieser Tonlage haben die Nordbremer Christdemokraten gestern ihren Kommunal- und Landtagswahlkampf eröffnet.

Bei einem Neujahrsfrühschoppen, zu dem etwa 80 Parteimitglieder und Vertreter des öffentlichen Lebens in die Strandlust kamen, schossen sich Kreisvorsitzender Jörg Kastendiek und die niedersächsische Landtags-Vizepräsidentin Astrid Vockert vor allem auf Umweltsenator Reinhard Loske ein. Der Grünen-Vordenker hatte - wie berichtet - kürzlich in einer Denkschrift eine Abkehr von der Wachstumsideologie verlangt. Der Handel sei zu regionalisieren, unnötiger und unökologischer Verkehr zu vermeiden.

Die Christdemokraten fassen sich bei solchen Forderungen an den Kopf. "Der Verkehrssenator eines Logistikstandortes verlangt regionalen Verkehr und Handel, obwohl Bremen und Bremerhaven eine Drehscheibe der internationalen Wirtschaft sind", attackierte Kastendiek den politischen Gegner. Loske fordere das Gegenteil von dem, was die Lebensgrundlage des Bundeslandes ausmache.

Auch in Bremen-Nord ließen sich die planungspolitischen Auswirkungen solcher Vorstellungen besichtigen, legte Kastendiek nach. Für die Neuausrichtung des BWK-Geländes sähen die Planungen von Loskes Ressort einen 20 Meter breiten Grünstreifen entlang der Kaje vor. Damit wäre das derzeit noch als Industrieareal gewidmete Gelände aus Kastendieks Sicht seiner Attraktivität für die Neuansiedlung von Logistikbetrieben beraubt.

Gastrednerin Vockert sah sogar die Zeiten heraufziehen, "in denen wir dank Loske bald wieder mit Pferd und Wagen unterwegs sind". Als niedersächsische CDU-Landespolitikerin setzte sie sich zudem kritisch mit der Bremer Finanzpolitik auseinander. "Die Sparmaßnahmen des Senats werden der Dramatik der Situation nicht gerecht", urteilte Vockert. Um zusätzliche Einsparpotenziale zu erschließen, müsse zum Beispiel über die Zusammenlegung bremischer und niedersächsischer Behörden nachgedacht werden. So sei es völlig unverständlich, warum sich eine katastrophal verschuldete Kommune wie Bremen nach wie vor ein eigenes Landesamt für Statistik leistet.

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