Bremer Innenstadt

Eine Perspektive fürs Arbeiten

Zwischen 30.000 bis 40.000 Menschen arbeiten in der Bremer City. Doch wie sehen die Zukunft und die Perspektiven aus in einer Innenstadt, die sich im Strukturwandel befindet?
22.04.2021, 05:00
Lesedauer: 2 Min
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Eine Perspektive fürs Arbeiten
Von Pascal Faltermann
Eine Perspektive fürs Arbeiten

Das Arbeiten in der Bremer Innenstadt wird sich verändern. Da sind sich Experten einig.

Frank Thomas Koch

Nirgends in der Stadt gibt es eine höhere Arbeitsplatzdichte als in der City. Die Zahlen variieren zwischen 30.000 bis 40.000 Menschen, die im Zentrum zwischen Weser und Wall ihren Jobs nachgehen. In Corona-Zeiten sind es durch Home-Office sicherlich weniger. Den größten Anteil machen Beschäftigte im Einzelhandel sowie in der Bank- und Versicherungswirtschaft aus. Dazu kommen Behördenmitarbeiter, Medienschaffende, Ärzte, Anwälte und andere Dienstleister. Doch wie sieht das in der Zukunft aus?

Die City befindet sich in einem Strukturwandel: Einkaufen wird wohl künftig nicht mehr die zentrale Rolle in der Innenstadt spielen, da sind sich Experten einig. Durch die Digitalisierung werden zudem viele Arbeitsplätze im Bankgewerbe, in der Versicherungsbranche und der allgemeinen Verwaltung abgebaut. Also wer arbeitet künftig noch in der Stadt?

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„Wir haben hier ja nicht nur im Moment ein Problem. Vielmehr geht es um einen umfassenden Strukturwandel, mit dem aus der Konsumzone Innenstadt ein Quartier Innenstadt entstehen kann – mit allem, was dazugehört“, sagt Elke Heyduck, Geschäftsführerin der Arbeitnehmerkammer. Dazu müsse die City auch als Standort für einen vielfältigen Mix an Arbeitsplätzen etabliert werden. Denn, so Heyduck: „Wo Arbeit ist, ist auch Leben.“ Deshalb hofft auch sie, dass es gelingt, Teile der Hochschule und der Universität in die Innenstadt zu holen.

„Zusätzlich muss man jetzt wachstumsstarken wissensintensiven Dienstleistungen wie dem IT-Bereich oder Ingenieur- und Architektenbüros, aber auch der Kreativwirtschaft den roten Teppich ausrollen“, meint Heyduck. Dafür brauche es attraktive Büros und Wohnungen ebenso wie ein vielfältiges gastronomisches Angebot – was dann letztlich auch wieder zu einer Stärkung des Einzelhandels führen werde.

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Das Aktionsbündnis Bremer Innenstadt kommt in einem Papier zu dem Schluss, dass bestehende Büroflächen in der City teilweise nicht mehr den heutigen Anforderungen an digitalisierte Arbeitsplätze entsprechen. Im Balgequartier und am Wall entstehen demnach neue, moderne Büroräume. Das bringe Qualität, aber nicht unbedingt eine neue Masse an Arbeitsplätzen in die Stadt, heißt es weiter. Abgesehen vom Wissenschafts-Campus und der öffentlichen Verwaltung (WFB) dürfte auch die Entwicklung neuer Arbeitsplätze in der Innenstadt kleinteiliger verlaufen. Kleine, spezialisierte Läden, Manufakturen, Dienstleistungen wie im Bereich Lifestyle, Fitness, Gesundheit und Gastronomie gehören dazu, die eventuell auch in Kooperation größere Flächen in einem Mix gemeinsam nutzen. Das Aktionsbündnis vereint Vertreter der Wirtschaft, der Arbeitnehmer und Architekten sowie Investoren.

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