Bauprojekt am Bahnhofsvorplatz City Gate: Das umstrittene Tor zur Innenstadt

Im Frühjahr 2019 soll das City Gate bezugsfertig sein. Die Bremer bekommen schon jetzt einen Eindruck, wie das neue Tor zu Bremen aussehen wird. Warum die Fenster an alte Burgen und Festungen erinnern.
30.09.2018, 19:58
Lesedauer: 2 Min
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City Gate: Das umstrittene Tor zur Innenstadt
Von Helge Hommers

Europaletten, Aluminiumstangen und Zementblöcke: Dass das City Gate noch immer eine Baustelle ist, verdeutlicht ein Blick hinter die Bauzäune, die um die beiden Gebäude aufgebaut sind. Im Frühjahr 2019 sollen die Räumlichkeiten bezugsfertig sein – nach rund vier Jahren Bauzeit und deutlich später als geplant.

Inzwischen lässt sich jedoch erahnen, wie die dreieckigen Bauten am Bahnhofsvorplatz aussehen werden, wenn die Arbeiten in einigen Monaten abgeschlossen sind. Denn Anfang vergangener Woche fielen die Hüllen, es wurden erstmals Teile der Fassade des City Gates freigelegt.

Das neue „Tor zur Stadt“, wie es auf den Bannern rund um die Baustelle heißt, war schon bei Baubeginn umstritten – und ist es auch weiterhin. Kritiker des Baus beanstandeten, dass er dem Bahnhof seinen Vorplatz wegnehme und so dessen Schönheit nicht mehr zur Geltung käme.

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Ähnlich sieht es auch Zaira Stange, die an diesem Nachmittag mit ihren beiden Kindern am Bahnsteig vor dem BSAG-Kundencenter wartet: „Ich finde das Gebäude schrecklich“, sagt die Achimerin, die am Flughafen arbeitet und das City Gate Tag für Tag in die Höhe wachsen sah. Sie habe jedoch von Anfang an keine Hoffnung gehabt, dass ihr der finale Bau gefallen könnte.

„Die Fenster sehen wie Nischen aus“ sagt Stange. Auch dass kaum noch Sonne zu den Haltestellen vordringt, missfällt der Pendlerin. Auch auf Karl Reimer wirkt das City Gate wie ein großer Kasten. „Mit Architektur hat das meiner Ansicht nach nichts zu tun“, sagt er. Reimer kommt aus Zeven und wartet auf seinen Bus.

Er hat den Fortschritt des Baus mit Interesse verfolgt, habe aber ein schöneres Gebäude erwartet. Der Anblick vorher habe ihm deutlich besser gefallen. Nun blicke er eher auf eine Wand, wie er sagt. Nahe des Überseemuseums zieht ein Mann mit einer orangenen Weste eine Schleifmaschine die Straßenbahnschienen entlang.

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Viele Menschen, die aus dem Bahnhof schlendern, werfen ihm einen Blick zu. Wenige schauen zum City Gate hoch. Auf die, die es tun, wirken die Fenster in den sieben überirdischen Etagen wie Schießscharten, wie sie an alten Burgen und Festungen zu finden sind. Die oberen fünf Stockwerke rücken von Etage zu Etage an den Seiten näher zusammen. Die vielen Fenster sind schmal und hoch, einige von ihnen stehen offen. Im ersten Stockwerk sind die Fenster noch ein wenig größer, von innen sind sie mit Folie beklebt.

Es gibt natürlich auch Befürworter des Baus. Sie loben die moderne, schnörkellose Architektur. Zudem wirke die 150 Meter lange Gasse zwischen den Gebäuden wie eine einladende Flaniermeile in die Innenstadt. Auch dass der Vorplatz nicht mehr so leer sei wie vor Baubeginn, als höchstens vereinzelte Skaterrampen und große Steinquader das Bild prägten, wird hervorgehoben.

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