Business and Professional Women Club Comeback der berufstätigen Frauen

Vegesack. Fast zwei Jahre lang war es ruhig gewesen um den „Business and Professional Women“-Club Bremen-Nord. Nach einer Zwangspause startet der regionale Ableger der internationalen Vereinigung von berufstätigen Frauen jetzt neu durch.
23.01.2010, 14:39
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Von Gabriela Keller

Vegesack. Fast zwei Jahre lang war es ruhig gewesen um den „Business and Professional Women“-Club Bremen-Nord. Einige fragten sich schon: Gibt es den eigentlich noch? Die Antwort heißt Ja. Nach einer Zwangspause startet der regionale Ableger der internationalen Vereinigung von berufstätigen Frauen jetzt neu durch.

Die Bühne für das Comeback: der Neujahrsempfang vergangenen Donnerstag. „Wir sind wieder da“, begrüßte die Vorsitzende Barbara Oltmann in der „Strandlust“ eine überschaubare Zahl von Mitgliedern und handverlesenen Gästen. Darunter die neue Direktorin des Amtsgerichtes Blumenthal, die Leiterin des Amtes für Soziale Dienste in Nord und die Pflegerische Geschäftsführerin des Klinikums Nord.

Als Ehrengast und Rednerin des Abend war Karoline Linnert gekommen. Mit zwei Jahren Verspätung. Bremens Finanzsenatorin und Bürgermeisterin sollte schon Anfang 2008 vor den BPW-Frauen sprechen, doch dann sagte der Club seinen Empfang ab. Weniger Monate später auf der Jahreshauptversammlung legte die damalige Vorsitzende Ingrid Günther ihr Amt nieder, auch der übrige Vorstand wollte nicht mehr. Seitdem lag das Vereinsleben auf Eis.

Jetzt legen die BPW-Frauen wieder los. Die Mitgliederzahl ist mit elf Frauen zwar kleiner als vorher, aber der Tatendrang der neuen Führungsriege ist groß. Die neue Vorsitzende Barbara Oltmann übernimmt das Ruder nicht zum ersten Mal, sie füllte das Amt schon vor Günther aus. Ihr zur Seite steht als Stellvertreterin Gerlinde Eickhoff, Schriftführerin Carmen Wegner-Scherf und Schatzmeisterin Evelyn Wiechmann. „Der Vorstand ist komplett, das Jahresprogramm vorbereitet.“

Mit einer öffentlichen Veranstaltung im Monat nimmt der Club eine gute Tradition wieder auf. Dazu gehört auch der Neujahrsempfang. „Wissen, Macht, Geld“ hatte der Vorstand der Gastrednerin als Thema vorgegeben. Karoline Linnert unterhielt die Frauen mit einem lockeren, von Anekdoten und zum Teil sehr persönlichen Einblicken gespickten Vortrag. „Beruflicher Erfolg hängt nicht nur von Fachwissen ab“, meinte die Bürgermeisterin und führte sich selbst gleich mit leichten Augenzwinkern als Beispiel an: „eine weibliche Diplom-Psychologin als Hüterin der Bremer Finanzen“. Wie das klappt? „Das fundierte Fachwissen gibt es in meinem Ressort. Ich weiß, wen ich fragen kann.“ Modernes Wissen bedeute Vernetzung. Wissen müsse aber auch umgesetzt werden in Handeln. Das erfordere Mut zu Entscheidungen, auch unpopulären.

Da kommt die Macht ins Spiel. Demokratisch legitimiert, auf Zeit und auf verschiedene Schultern verteilt könne Macht in kontrollierte Bahnen gelenkt werden. Beim Thema Frauen und Macht sieht Linnert Nachholbedarf. Frauen in Aufsichtsräten seien noch die Ausnahme. „Im BLG-Aufsichtsrat bin ich die einzige Frau.“ Laut Linnert hakt es schon vorher: „Es fehlt im öffentlichen Dienst an Abteilungsleiterinnen, die man in die Aufsichtsräte schicken könnte.“ Ein Defizit, das nicht von heute auf morgen zu beheben sei. Aber es gibt erste Vorzeige-Frauen, listete Linnert einige auf: Der Rechnungshof hat eine Präsidentin, die Brepark eine Geschäftsführerin, die Landesmedienanstalt eine Direktorin.

Noch ein Schritt auf dem Weg: „Das Landes-Gleichstellungsgesetz gilt jetzt auch für Gesellschaften.“ Blieb zum Schluss noch das Geld–das Bremens Finanzsenatorin fehlt. Eine Milliarde Euro an neuen Krediten muss das Land laut Linnert aufnehmen. Als Ersatz für die Steuerausfälle bis 2011. Bremen muss den Gürtel jetzt ganz eng schnallen. „Wir werden uns darauf einrichten, dass wir in den nächsten zehn Jahren die Ausgaben nicht steigern dürfen.“ So will Linnert ihr Ziel, einen ausgeglichenen Haushalt in 2020, erreichen. Den Rotstift ansetzen will die Finanzsenatorin unter anderem bei den Personalkosten. „Ehe wir das Kita-Ausbauprogramm schlachten, gibt es da noch viel Spielraum.“

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