Das Ende des Theaters Concordia-Abriss startet

Das Concordia-Theater wird abgerissen. Anstelle der Kulturstätte soll ein Studentenwohnheim mit 60 Wohnungen entstehen.
05.09.2016, 21:30
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Concordia-Abriss startet
Von Pascal Faltermann

Das Concordia-Theater wird abgerissen. Anstelle der Kulturstätte soll ein Studentenwohnheim mit 60 Wohnungen entstehen.

Es bröckelt und bricht. Der Arm des Abrissbaggers frisst sich in das Gebäude. Fensterscheiben zerspringen, Eisenträger biegen sich, Beton fällt herunter. Der Abriss des Concordia-Theaters an der Schwachhauser Heerstraße 17, Ecke Herderstraße hat am Montagvormittag begonnen. Damit geht ein Stück Bremer Geschichte zu Ende. Gegen Mittag ist der Vorbau nur noch Schutt und Asche. Gute zwei Wochen lang wird das Abbruchunternehmen Bischof Stein um Stein abreißen und dann zwei Wochen abtransportieren.

Auf der gegenüberliegenden Straßenseite bleiben die Passanten stehen und gucken sich das Schauspiel an. Der sogenannte Sortiergreifer am Arm des Baggers beißt sich immer wieder in die Fassade der historischen Kulturstätte. Es sieht filigran aus, wie die riesigen Zähne des Abbruchgreifers klein wirkende Fensterrahmen, Bretter und Leisten aus den Wänden reißen.

Der Baggerfahrer sortiert die entfernten Bauteile und Baustoffe. Balken und Bretter aus Holz legt er an eine Stelle, große Betonstücke und Steine an eine andere. „Wir versuchen, die Materialien möglichst getrennt zu sortieren“, erklärt Christof Bischof, Geschäftsführer des gleichnamigen Abbruchunternehmens. Holz wird verbrannt, möglicher Schadstoff in Dämmmaterialien entsorgt sowie Bauschutt zu Schotter verarbeitet und damit recycelt. Ein Großteil des Gerölls transportiert die Firma auf ihr eigenes Gelände.

Verkehr teilweise eingeschränkt

Am Nachmittag arbeitet sich eine Baumaschine durch die Mauern der Kulturstätte mit 150-jähriger Geschichte. In den kommenden Tagen könnte laut Bischof noch ein zweiter Bagger hinzukommen, der die Überreste des Gebäudeensembles direkt am Bahndamm wegräumt.

Der Verkehr an der Schwachhauser Heerstraße ist nicht eingeschränkt, die Herderstraße hingegen gesperrt. Einfach sind die Abrissarbeiten nicht: Da der Zaun auf einer kleinen Betonmauer vor dem Concordia erhalten bleiben soll, hat der Bagger nur wenige Quadratmeter Platz, um das Bauwerk zu entfernen. Hinzu kommen die dicht angrenzenden Wohnhäuser und daneben liegenden Gärten.

Das Gebäude wurde ursprünglich als Eisenbahnpavillon gebaut, später zog die Schankwirtschaft „Concordia“ ein. Ab 1971 diente das Haus als Studiobühne der Theater der Stadt Bremen und als Hausbühne des Tanztheaters. Seit 2012 stand das Ensemble leer und es fand sich niemand, der eine Sanierung übernehmen wollte.

Studenten-Wohnheim geplant

Dass an dem Abriss kein Weg vorbei ging, machen Architekt Jost Paarmann und der Kaufmann Jens Abramowsky vom Plankontor Bremen immer wieder deutlich. Das alte Gebäude sei nicht zu halten gewesen, hatte Paarmann bei einer Anwohnerversammlung erklärt. „Das ganze Gebäude war sanierungsbedürftig“, sagt Abramowsky am Montag.

An Stelle des Concordia-Theaters soll ein Studenten-Wohnheim mit rund 60 Appartements entstehen. Die Baugenehmigung dafür liegt zwar noch nicht vor, steht aber unmittelbar bevor. „Der Baubeginn könnte dann noch dieses Jahr erfolgen, das liegt aber in der Entscheidung des Investors“, teilt Gudrun Eiden, Sprecherin der Bremer Baubehörde, mit.

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