Test-Praxen sollen Ambulanzen ablösen

Neues Modell für Corona-Diagnostik

Wie geht es in Bremen weiter mit den Corona-Tests? Eigentlich wollten zwei Verbände ein dezentrales, spezialisiertes Praxennetz auf die Beine stellen. Ein erster Anlauf scheiterte, die Bemühungen gehen weiter.
07.05.2020, 08:00
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Neues Modell für Corona-Diagnostik
Von Jürgen Theiner
Neues Modell für Corona-Diagnostik

Abstrich bei einem Corona-Patienten. Wie die Diagnostik in Bremen künftig organisiert sein soll, ist noch nicht ganz klar.

JOHAN NILSSON

Nach geplatzten Vertragsverhandlungen mit dem Bremer Hausärzteverband bemüht sich die Kassenärztliche Vereinigung (KV) um Alternativen beim Aufbau einer dezentralen Struktur für Corona-Tests. Bisher steht für solche Tests die Corona-Ambulanz in den Messehallen zur Verfügung, eine weitere Ambulanz am Klinikum Ost ist seit dem 4. Mai geschlossen. In Bremen-Nord existiert eine Ambulanz in einem Blumenthaler Ärztehaus.

Mitte April hatten sich KV und Hausärzteverband grundsätzlich auf ein Modell verständigt, das an die Stelle der Ambulanzen in Mitte und Ost treten sollte. Geplant war, dass fünf niedergelassene Mediziner in ausgewählten Stadtteilen die Corona-Diagnostik übernehmen. Dieses Angebot hätte auf eine schon bestehende Struktur aufgesetzt, denn der Hausärzteverband betreibt schon seit Mitte März vier sogenannte gemeinsame Infektions-Untersuchungsstellen (GIU) in vorhandenen Hausarztpraxen.

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Dort werden allerdings bisher keine Abstriche von Patienten genommen, die Ärzte behandeln lediglich die Symptomatik – wie etwa bei einem normalen Grippe-Patienten. Ob jemand tatsächlich Corona hat, stellt sich auf diese Weise nicht heraus. Plan der KV war es, den GIU künftig auch die Entnahme von Abstrichen zu übertragen.

Letztlich konnten sich Kassenärztliche Vereinigung und Hausärzteverband aber nicht auf einen Vertrag verständigen, weil ein wichtiges Detail strittig blieb. Nach Darstellung des Verbandsvorsitzenden Hans-Michael Mühlenfeld verlangte die KV, dass auch Fachärzte wie Gynäkologen, Orthopäden oder Augenärzte die Anschlussversorgung festgestellter Corona-Patienten übernehmen können.

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„Wir wollten dagegen, dass die Fallführung bei den Hausärzten bleibt“, so Mühlenfeld. KV-Sprecher Christoph Fox stellt es etwas anders dar. Nach seinen Worten forderte der Hausärzteverband, dass nicht jeder Arzt einen Patienten an die GIU überweisen dürfe, sondern nur auf der Basis eines Vertrages mit dem Hausärzteverband. Das sei für die KV nicht akzeptabel gewesen.

Laut Fox wird nun an einer Alternative gearbeitet. Die könnte entweder an einer Corona-Ambulanz in der vorhandenen Bereitschaftsdienstzentrale der KV am St.-Joseph-Stift bestehen oder in einem auf Corona-Tests spezialisierten Praxennetz, wie es zuvor schon geplant war – nur eben ohne die Mitwirkung des Hausärzteverbandes. Mit bis zu fünf interessierten niedergelassenen Medizinern laufen derzeit nach Angaben des KV-Sprechers bereits entsprechende Gespräche.

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