Corona-Ausbruch in Pflegeheim Corona-Inzidenz in Bremerhaven steigt auf fast 160

Die Inzidenz in Bremerhaven ist sprunghaft angestiegen. Gesundheitsamt und Krisenstab halten die Kontaktnachverfolgung nach wie vor für möglich, die Infektionszahlen dürfen dafür aber nicht weiter steigen.
24.02.2021, 21:05
Lesedauer: 2 Min
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Corona-Inzidenz in Bremerhaven steigt auf fast 160
Von Timo Thalmann

Eine Inzidenz von 159,7 Corona-Infektionen auf 100.000 Einwohner für die zurückliegenden sieben Tage hat der Magistrat von Bremerhaven am Mittwoch offiziell gemeldet. Noch am Dienstag lag dieser Wert bei den vom Robert Koch-Institut mitgeteilten Zahlen für Bremerhaven bei 107,4. Der sprunghafte Anstieg geht unter anderem auf einen Corona-Ausbruch in der stationären Pflegeeinrichtung Amarita zurück, wie der Magistrat bestätigt. Für die mehr als 160 Bewohner liegen demnach mit Stand von Mittwoch 48 bestätigte positive Laborbefunde nach PCR-Testungen vor, ebenso für sieben Angestellte.

Zunächst waren am Freitag der Vorwoche fünf Fälle und am Sonnabend weitere zehn gefunden worden. Bei Schnelltests unter allen Bewohnern wurden dann noch einmal 46 positive Befunde ermittelt, von denen dann bis Dienstagabend 33 mittels PCR-Test offiziell bestätigt wurden. Weitere Ergebnisse stehen noch aus, sodass womöglich mit weitere Fällen in der Einrichtung zu rechnen ist. Die 33 Infektionen in dem Pflegeheim stellen die Hälfte der insgesamt 66 Neuinfektionen dar, die Bremerhaven für diesen Tag meldet und die zu der sprunghaft angestiegenen Inzidenz geführt haben. „So langsam wird die Entwicklung grenzwertig“, betont Stefan Zimdars, Sprecher des Bremerhavener Corona-Krisenstabs.

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Bislang hatten die Verantwortlichen vor Ort stets betont, dass dem Bremerhavener Gesundheitsamt die Kontaktverfolgung und Unterbrechung der Infektionsketten bis zu einer Inzidenz von 150 möglich sei. Diese Hürde wurde nun gerissen. Weil es sich aber bei mindestens der Hälfte der Infektionen um Ansteckungen in Einrichtungen handelt, sei das bislang auch mit der höheren Inzidenz möglich, versichert Zimdars. „Nur viel dazu kommen, darf jetzt nicht mehr.“

Warum sich die Infektionen in dem Pflegeheim offenbar sehr schnell ausgebreitet haben, ist bislang ungeklärt. Ein sogenanntes Superspreader-Ereignis, bei dem ein einzelner Infizierter sehr viele Kontakte hatte, sei ebenso denkbar wie das Auftreten von Virus-Mutationen, teilt Zimdars mit. Dazu gebe es bislang aber keine hinreichenden Erkenntnisse.

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Von den insgesamt 55 positiven Befunden in der Einrichtung lägen bislang nur für drei die Ergebnisse entsprechender Untersuchungen vor, die allesamt keine Mutanten gefunden hätten. „Das sind aber noch zu wenige Befunde, um neue Virusvarianten als Ursache sicher auszuschließen“, sagt Zimdars. Insgesamt wurden in Bremerhaven bis Mittwoch 288 positive Corona-Befunde auf Mutationen untersucht, die in 68 Fällen auch gefunden wurden. Das entspricht einem Anteil von 23,6 Prozent.

Der Corona-Ausbruch in dem Pflegeheim hat trotz der Anfang Februar erfolgten Erstimpfungen der Bewohner stattgefunden. „Wir hoffen jetzt auf tendenziell mildere Verläufe der Erkrankung“, sagt Zimdars. Vier betroffene Bewohner wurden bislang in ein Krankenhaus verlegt, eine 95-jährige mit Vorerkrankungen ist nach positivem Schnelltest-Befund verstorben, bevor ein PCR-Labortest gemacht werden konnte. Die infektionsfreien Bewohner sollen in den nächsten Tagen wie geplant die vorgeschriebene Zweitimpfung erhalten.

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