Das Firmentagebuch - Tag 15

Veränderter Alltag

Die Mensche halten sich diszipliniert an die neuen Vorgaben. Aber so langsam wird einem deutlich, das sich der Alltag wohl dauerhaft neu justieren muss.
05.04.2020, 05:39
Lesedauer: 1 Min
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Veränderter Alltag
Von Timo Thalmann
Veränderter Alltag

Konditormeister Bernard Timphus vom Café Stecker berichtet jeden Tag von seiner Situation in Zeiten der Coronakrise.

Christina Kuhaupt

Ich war diese Woche zweimal im Rathscafé am Marktplatz, um nach dem Rechten zu sehen. Die Kühlschränke sind gesäubert und stehen offen. Ich habe alle Sicherungen ausgeschaltet. Es wird ja eigentlich kein Strom mehr dort benötigt. Dann erhielt ich eine Fehlermeldung vom Kassensystem. Der Pufferspeicher für die Daten braucht doch etwas Strom. Das hatte ich nicht bedacht.

Wenn man vom Café auf Bremens gute Stube schaut, kann man schon traurig werden. Das Wetter wird erstmals frühlingshaft, aber niemand wird flanieren und uns besuchen können. Ich wäre ja schon froh, wenn wir dort mit Auflagen wieder aufmachen könnten: Weniger Tische mit mehr Abstand zum Beispiel. Denn natürlich kommt auf uns künftig ein veränderter Alltag mit neuen Regeln zu. Aber alles wäre ein Fortschritt im Vergleich zu jetzt.

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Die Menschen sind diszipliniert, das merke ich auch im Laden. Wir haben Markierungen auf dem Boden angebracht und Schilder aufgestellt, aber das ist eigentlich nicht nötig. Die große Mehrheit achtet auf die gebotenen 1,50 Meter Abstand. Am unbekümmertsten sind tatsächlich eher manche Ältere, die eigentlich besonders auf sich achten müssen. Mit zunehmendem Alter neigt man wohl dazu, die Dinge weniger eng zu sehen, weil man einfach schon mehr mitgemacht hat und die eigene Erfahrung gezeigt hat, es geht immer irgendwie weiter. Stimmt ja auch, aber eben nie für alle. Das vergisst man schnell, wenn einem selbst nie etwas passiert ist.

Der Verkauf am Sonnabend war ruhig, im Gegensatz zum Feitag. Offenar verschiebt sich die Nachfrage zum Wochenende gerade. Weil viele am Freitag noch zum Arbeiten in der Stadt sind, wird der Kuchen für Sonntag direkt auf dem Heimweg mitgenommen. Eigens dafür fahren am Sonnabend jetzt nur Wenige in die Stadt. So justiert sich gerade alles neu.

Aufgezeichnet von Timo Thalmann

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