Corona-Lockerungen Erste Akteure empfehlen sich für Modellprojekte

Der Geist ist aus der Flasche: Nach ersten Signalen der Bremer Politik zu Öffnungsszenarien gibt es ein positives Echo. Akteure aus Handel, Gastronomie, Kultur und Sport sind an Modellprojekten interessiert.
08.04.2021, 21:20
Lesedauer: 2 Min
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Erste Akteure empfehlen sich für Modellprojekte
Von Jürgen Theiner

Kaum denkt die Bremer Politik über vorsichtige Schritte aus dem Lockdown nach, heben erste Akteure, die dabei sein wollen, den Finger. Wie berichtet, hatte am Mittwoch eine Runde aus Vertretern von Wirtschaft und Politik unter Vorsitz von Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) über das Thema Öffnungsszenarien beraten. Die Teilnehmer kamen überein, mehrere Modellprojekte für Bremen und Bremerhaven anzubahnen. Geplant ist, dass sich Institutionen und Verbände als mögliche Träger von Projekten bewerben können, bei denen Lockerungen erprobt werden. Das Rathaus wird hierfür ein geordnetes Verfahren entwickeln.

Dass die Politik – vorbehaltlich der weiteren Entwicklung an der Corona-Front – überhaupt Öffnungsperspektiven in Aussicht stellt, trifft bei Standortgemeinschaften, in Handel und Gastronomie sowie bei Sport- und Kulturakteuren auf ein durchweg positives Echo. Mehrere Akteure erklärten im Gespräch mit dem WESER-KURIER ihre Bereitschaft, sich als Träger eines Modellprojektes zu bewerben.

„Da haben wir ein sehr großes Interesse dran, wir wären gern in der ersten Reihe“, sagt etwa Andreas Vroom, der Präsident des Landessportbundes (LSB). Als Verband sei man schon länger mit Senatorin Anja Stahmann (Grüne) im Gespräch darüber, in welcher Form der organisierte Sport an ersten Öffnungsschritten teilhaben könne, sobald der Pandemieverlauf dies zulässt. „Wir haben da was in der Schublade“, kündigt Vroom an. Für ihn ist ohnehin unverständlich, warum die Politik nicht schon jetzt mehr gemeinschaftlichen Sport im Freien zulässt. „Wir sehen doch ständig, wie die Menschen im Lockdown physisch und psychisch kaputtgehen. Der Sport wird als gesellschaftliches Ventil für den Druck der Pandemie gebraucht“, ist Andreas Vroom überzeugt.

Thorsten Lieder von der Bremer Gastro-Gemeinschaft (BGG) bekundet ebenfalls grundsätzliches Interesse an Modellprojekten. Gern wäre er als Vertreter einer von Corona besonders gebeutelten Branche bei dem Bürgermeistergespräch dabei gewesen, um Praxisbezug beizusteuern. Er würde nun gern möglichst bald die „Spielregeln“ kennen, die für die Öffnungsszenarien gelten sollen.

Auch bei der Nordbremer Standortgemeinschaft „Vegesack Marketing“ hofft man auf baldige Corona-Lockerungen. „Wir haben zwar noch kein fertiges Konzept in der Schublade, aber das ist ja auch schwer möglich, weil die Voraussetzungen unklar sind“, sagt Geschäftsführer Jörn Gieschen. Nichtsdestotrotz bringe Vegesack sehr gute Voraussetzung für die Teilnahme an einem Modellprojekt für Öffnungen mit – unter anderem eine klar abgegrenzte Geschäftsmeile mit einem Corona-Testzentrum in unmittelbarer Nachbarschaft. Gieschens Ansage lautet deshalb: „Ein Modellprojekt wäre auf jeden Fall etwas für uns.“

Auch in der Kulturszene scheint das Interesse ausgeprägt zu sein. Das gilt zum Beispiel für das Focke-Museum. Anna Greve, die Leiterin der Schwachhauser Einrichtung, kann sich gut vorstellen, an einem Probelauf für die Rückkehr der Kultureinrichtungen teilzunehmen. „Wir haben ein großes Außengelände, das sich für Freiluftveranstaltungen eignet“, beschreibt Greve die Vorzüge ihres Hauses. Theater, Führungen – vieles sei denkbar, sobald es draußen wärmer wird.

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