Nach Öffnungen am Mittwoch

Spielplatz-Ansturm bleibt in Bremen aus

Der große Spielplatz-Ansturm blieb am Mittwoch im Viertel trotz Öffnung aus. Trotzdem war es für viele Eltern und ihre Kinder eine Erleichterung, wieder auf ihre Lieblingsspielplätze zu gehen.
06.05.2020, 20:21
Lesedauer: 2 Min
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Von Patricia Friedek
Spielplatz-Ansturm bleibt in Bremen aus

Pia (3) hat es vermisst, auf dem Klettergerüst zu spielen.

Frank Thomas Koch

Massenhaft Kinder mit ihren Eltern, die ihre Köpfe zusammenstecken und die Abstände nicht einhalten – solche Szenen waren am Mittwoch zumindest auf den Spielplätzen im Viertel nicht zu beobachten. Stattdessen blieb es dort eher ruhig, auch wenn der Bremer Senat einen Tag zuvor verkündet hatte, dass die Spielplätze am Mittwoch nach wochenlanger Schließung wieder öffnen dürfen. Für einige Eltern und ihre Kinder jedenfalls eine Erleichterung.

So zum Beispiel für Iris Monka, die mit ihren beiden Söhnen Paco und Cayo normalerweise viel Zeit auf Spielplätzen verbringt. Und obwohl es nur wenige Wochen waren, in denen die Plätze geschlossen hatten, war es am Mittwoch sehr ungewohnt für die Kinder, wieder auf dem Spielplatz in der Friesenstraße spielen zu dürfen. Am Morgen sei sie mit ihren Söhnen schon auf einem Spielplatz in Findorff gewesen, da seien sie die ersten gewesen.

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„Die Jungs haben mehrmals gefragt, ob sie denn jetzt wirklich an die Spielgeräte dürfen“, erzählt Monka. Als sie aber das erste mal wieder vor einer Rutsche standen, sei ihnen doch etwas mulmig zumute gewesen. „Das war ganz ungewohnt, sie haben sich nicht mehr getraut“, sagt die Mutter. Doch am Nachmittag scheint die anfängliche Skepsis überwunden, Paco und Cayo hangeln sich am Klettergerüst entlang und spielen sich mit einem anderen Kind den Ball zu. „Das hat total gefehlt, dass sie auch mal mit anderen Kindern spielen können“, sagt Iris Monka.

In den vergangenen Wochen sei die Familie nur unter sich gewesen. „Ich habe aber gemerkt, dass wir total Spielplatz-fixiert waren: Jetzt haben wir viele neue Ecken in Bremen entdeckt und sind viel Fahrrad gefahren“, erzählt sie. Auch Felipe Nader und sein Sohn Martim (5) sind froh, auf dem Spielplatz zu schaukeln. Sie seien nur zwei Wochen vor dem Corona-Lockdown aus Portugal nach Deutschland gekommen. „Wir haben ein Trapez zu Hause aufgebaut und dort gespielt, aber es ist nicht das gleiche wie auf dem Spielplatz“, sagt Nader. Zu Hause hätten sie nur einen Balkon und seien deshalb häufig auf dem Spielplatz an der Friesenstraße.

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Auf dem Spielplatz Robinsöhnchen gegenüber dem Gerhard-Marcks-Haus ist es am Mittwoch zwar etwas voller, aber immer noch überschaubar: Einige Kinder toben ausgelassen auf den Spielgeräten und im Sandkasten, doch die Abstände zu anderen Kindern sind problemlos möglich. Bärbel Probst ist mit ihrer Enkelin Johanna (2) gekommen. „Es ist eine Erleichterung. Am Anfang konnte man die Kinder noch gut beschäftigen, aber irgendwann gehen auch die Ideen aus“, berichtet sie.

Deshalb habe sie die Gelegenheit auf dem Weg in die Stadtbibliothek genutzt und einen Abstecher mit Johanna auf dem Spielplatz gemacht. Die zeigt sich noch etwas zurückhaltend und beobachtet die anderen Kinder beim Spielen. „Den Kindern fehlt die Struktur“, sagt Bärbel Probst, „sie schlafen nicht gut und träumen schlecht, das merkt man.“ Johanna wirkt tatsächlich ziemlich müde, ausgelassenes Toben bleibt bei ihr noch aus. Natürlich müsse man aufpassen, findet Probst, „aber das haben wir alles geübt: Händewaschen, Abstand halten und Schutzmaske aufziehen.“

Sophia Lewin und ihre Tochter Pia (3) freuen sich auch über die Abwechslung. „Wir haben zu Hause einen großen Garten, deswegen war es die vergangenen Wochen nicht ganz so schlimm für uns. Aber es ist gut, dass die Kinder mal was anderes sehen“, sagt Lewin. Pia sei direkt auf den Trecker gesprungen, der zum Spielen zur Verfügung steht. Sie lässt ihn auch den Nachmittag über nicht aus dem Blick. „Normalerweise ist es hier sehr voll, ich bin überrascht, dass so wenig los ist“, sagt Lewin. Aber so sei es einfacher, auf die Abstände zu achten.

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