Nachfrage nach Stoffen für Schutzmasken

Masken mit maritimen Motiven liegen im Bremer Norden im Trend

Die Maskenpflicht beschert Stoffläden Zulauf. Im Bremer Norden und in Schwanewede sind vor allem Stoffe mit maritimen Motiven gefragt.
13.05.2020, 22:10
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Von Gabriela Keller
Masken mit maritimen Motiven liegen im Bremer Norden im Trend

Im Stoffladen Vegesack sind Stoffe für Schutzmasken gefragt.

Christian Kosak

„Die Stoffe mit maritimen Mustern sind alle vergriffen. Davon könnten wir in Vegesack für Masken noch viel mehr verkaufen, wenn wir die Stoffe denn geliefert bekämen“, sagt Klemens Niehoff. Der Mann ist Geschäftsführer der Hemkon Stoff GmbH. Das Unternehmen mit Sitz in Nordhorn betreibt nach eigenen Angaben bundesweit 40 Stoffläden, einen davon in Vegesack an der Sagerstraße. Wenn einer weiß, welche Stoffe für Schutzmasken im Trend liegen, dann Niehoff.

An der Weser in Bremen-Nord, wen wundert's, steht Maritimes hoch im Kurs. „Stoffe mit kleinen Motiven wie Schiffchen und Leuchttürmen sind hier wie überall an der Küste stark gefragt,“ sagt Niehoff. Die Hersteller kämen mit der Produktion aber nicht so schnell hinterher. „Deshalb lassen wir jetzt Stoffe mit diesen Mustern bedrucken“, berichtet der Geschäftsführer.

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„In der ersten Woche nach der Einführung der Maskenpflicht gab es im Stoffhaus in Vegesack einen regelrechten Ansturm. Die Menschen stand draußen Schlange. Das ist jetzt etwas zurückgegangen.“ Maximal drei Kunden gleichzeitig werden derzeit laut Niehoff ins Geschäft an der Sagerstraße eingelassen.

Entscheidend für die Farb- und Musterwahl ist, wer die Maske trägt. „Für Frauenmasken sind poppige Farben und Muster gefragt“, sagt Niehoff. Beim Mund- und Nasenschutz für Ihn seien Totenköpfe ein Renner. Möglichst auf schwarzem, dunkelblauem oder dunkelgrauem Grund. Baumwollstoffe in diesen Farben sind derzeit deutschlandweit Mangelware, weiß der Herr der Stoffe.

Gummiband gefragt wie Toilettenpapier

Im Stoffhaus in Vegesack wurde wegen der großen Nachfrage zeitweise auch das Gummiband für Masken knapp. „Gummiband war so gefragt wie Toilettenpapier“, vergleicht es Klemens Niehoff. „Zwei Tage hatten wir einen Engpass, seit dieser Woche haben wir aber wieder ausreichend Gummiband vorrätig“, berichtet der Geschäftsführer.

Im Laden an der Sagerstraße wird nach seinen Worten auch fertiger Mund- und Nasenschutz angeboten, genäht von den sechs Mitarbeiterinnen. Rund 200 Masken seien bislang verkauft worden. „Auch für Pflegeheime, Schulen und Feuerwehren haben unsere Mitarbeiterinnen Masken genäht.“

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Selber Masken fertigen, dafür hat Antje Weinrich in ihrem Stoffstübchen in Schwanewede nach eigenen Worten keine Zeit. „Es gab Anfragen von Pflegeheimen. Dafür habe ich Stoffe geliefert, die dann andernorts genäht wurden“, erzählt sie. Seit 2017 betreibt sich ihr Geschäft an der Blumenthaler Straße.

Normalerweise verkaufe sie viele Jerseystoffe, sagt Antje Weinreich. „Jetzt sind bei den Kunden vor allem Baumwollstoffe für Masken gefragt“, stellt sie fest. Gerne gemustert. „Kariert, gestreift, mit Pünktchen, Sternen, Blumen – das geht querbeet.“ Der Hit sind auch im Stoffstübchen maritime Stoffe. „Die waren ratzfatz weg“, erzählt die Inhaberin. Die Frage nach dem begehrtesten Motiv beantwortet die Stoffexpertin mit drei Worten: „Anker, Anker, Anker“.

Stoffmasken passend zum Outfit

Was sie auch feststellt: „Viele Frauen wählen die Stoffmasken passend zu ihrem Outfit aus. Zur schwarz-weißer Kleidung wird dann zum Beispiel eine schwarze Maske mit weißen Punkten getragen.“ Männer würden beim Mund- und Nasenschutz eher zu Stoffen in dunklen oder Tarnfarben und mit Totenkopf-Muster greifen, bestätigt sie.

Anfangs standen auch bei Antje Weinreich die Kunden wegen Stoffen für Masken Schlange. „In der ersten Woche war der Andrang enorm.“ Einen Tag sei sogar Gummi- und Schrägband ausverkauft gewesen. Inzwischen gibt es das Nähmaterial wieder im Stoffstübchen. Und zwar reichlich: „Statt der normalen 200- haben wir jetzt 400-Meter-Rollen Gummi- und Schrägband. Das ist schon fast industriell.“

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