Kommentar zum Regelschulbetrieb in Bremen

Ein Wagnis

Wieder mehr Schule zu wagen, ist richtig, solange die Corona-Zahlen nicht hochschnellen. Doch Regelschulbetrieb bleibt ein Experiment mit ungewissem Ausgang, meint Sara Sundermann.
05.08.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Ein Wagnis
Von Sara Sundermann
Ein Wagnis

Der Regelschulbetrieb in Corona-Zeiten ist ein Wagnis.

Christian Charisius

So viel Normalität wie möglich soll es an Bremer Schulen nach den Ferien geben: Unterricht in ganzen Klassen und Verzicht auf Maskenpflicht inklusive. Wohl kaum ein Corona-Aspekt hat zuletzt die Meinungen so weit auseinandergetrieben wie die Schulöffnung. Die einen, zum Beispiel Kinderärzte und viele Eltern, fordern schon länger vollen Betrieb. Die anderen, zum Beispiel Lehrer und Schulleitungen, fühlen sich seit der Rückkehr aller Schüler in die Schulen wie menschliche Versuchskaninchen inmitten einer Pandemie.

Lesen Sie auch

Niemand will, dass Kinder dauerhaft von zu Hause per Handy und Laptop lernen. Und dass diejenigen, die es ohnehin nicht leicht haben, abgehängt werden. Deshalb ist es richtig, wieder mehr Schule zu wagen – jedenfalls dann, wenn die Infektionszahlen bis zum Ferienende nicht in die Höhe schnellen. Doch auch bei niedrigen Zahlen ist klar: Regelschulbetrieb ist allemal ein Wagnis, denn selbst Wissenschaftler sind sich immer noch uneins, welche Rolle Kinder bei der Ausbreitung des Virus spielen. Was im September nach Schulstart geschehen wird, wissen weder Virologen noch Wahrsager. Es bleibt ein Experiment mit ungewissem Ausgang.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+