Corona-Tagebuch - Tag 23

Eine Zucchini zu viel

Wie menschliches Versagen alle guten Vorsätze zur Einkaufslogistik durchkreuzt - und warum das Fassungsvermögen eines Stoffbeutels eine kritische Größe ist.
07.04.2020, 21:00
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Eine Zucchini zu viel
Von Philipp Jaklin
Eine Zucchini zu viel

Unser Autor Philipp Jaklin erzählt in seinem "Corona-Tagebuch" davon, wie seine Familie den Alltag in Zeiten der Pandemie-Krise zu meistern versucht.

WESER-KURIER

Schulen und Kitas sind geschlossen, Eltern ins Homeoffice verbannt – über den Härtetest des Pandemie-Alltags in der Großfamilie mit vier Kindern (6, 10, 13 und 15 Jahre).

Der Familieneinkauf in Coronazeiten will gut gesammelt angegangen sein. Doch was, wenn die Konzentrationsfähigkeit nachlässt? Am frühen Morgen fiel uns auf, dass der Haushalt keinen Tropfen Milch mehr vorhielt. Vom Chief Home Officer (w) ermächtigt und mit einer rasch heruntergekritzelten Liste versorgt, eilte ich zum Penny, um den Missstand möglichst unbemerkt vor dem Frühstück zu beseitigen, als Sofortmaßnahme gegen etwaige Unmutsäußerungen.

Im nahezu menschenleeren Supermarkt blendeten mich gut gefüllte Regale. Alles war im Überfluss vorhanden. Blitzschnell rekapitulierte ich den Einkaufsknigge. Hamstern verbietet sich, maßvolle Bevorratung ist Bürgerpflicht. Und möglichst früh an die Ostereinkäufe denken! Ich schaufelte den Einkaufswagen voll mit allem, das verwertbar erschien. Die schönen knackigen Zucchini? Vielleicht mal für den Auflauf. Blätterteig? Kann man immer gebrauchen. Und hoppla, was ist das? Klopapier.

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Kaum war alles aufs Kassenband geräumt, durchfuhr es mich. Zwei spärliche Büdel für den Transport einer ganzen Wagenladung, das war zu knapp kalkuliert. Doch just Tragetaschen – offenbar gerade ausverkauft. Wie es einem übernächtigten Familienvater, Schweißperlen auf der Stirn, gelungen sein könnte, sich unter Zuhilfenahme verfügbarer Hilfsmittel (Einkaufswagen, Fahrrad mit Kindersitz, Jackentaschen etc.) aus solcher Lage zu befreien, überlasse ich der Vorstellungskraft aller Leserinnen und Leser.

onlineredaktion@weser-kurier.de

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