Corona-Tagebuch - Tag 42

Zocken mit den Dänen

Warum es unser nördliches Nachbarland gerade ziemlich spannend macht - und wie das der Währungsspekulation Tür und Tor öffnen könnte.
08.05.2020, 19:12
Lesedauer: 1 Min
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Zocken mit den Dänen
Von Philipp Jaklin
Zocken mit den Dänen

Unser Autor Philipp Jaklin erzählt in seinem "Corona-Tagebuch" davon, wie seine Familie den Alltag in Zeiten der Pandemie-Krise zu meistern versucht.

WESER-KURIER

Schulen und Kitas im Notbetrieb, Eltern ins Homeoffice verbannt – über den Härtetest des Pandemie-Alltags in der Großfamilie mit vier Kindern (6, 10, 13 und 15 Jahre).

Die Dänen sollen ab Anfang Juni wieder ins Theater und ins Kino gehen können. Das hat die Regierung beschlossen. Auch Hochzeiten mit Gästen (bis zu 50) zu feiern soll wieder erlaubt sein. Verboten bleibt es deutschen Familien, für den Urlaub im Ferienhaus an der Nordsee ins Land zu kommen – so weit will man noch nicht gehen. Auch wenn Deutschland die Einreise Mitte Mai wieder erlaube, werde es „keine Parallelität bei der Grenzöffnung geben“, sagte Justizminister Nick Hækkerup diese Woche.

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Das ist wirklich schade für alle danophilen Menschen – vor allem für diejenigen, die ihr Haus bereits gebucht hatten und denen die Miete pünktlich vom Konto abgebucht wurde. Bei uns ist die Situation zum Glück etwas anders. Endlich zahlt sich die jahrelang praktizierte Last-Minute-Strategie (kann man ja mal so nennen) für die Familienferien aus. Das Praktische an Dänemark ist: Es gibt dort sehr viele Ferienhäuser. Selbst wer sich erst eine Woche vorher dazu entschließt, (doch) wieder nach Dänemark zu fahren, findet auch im Sommer noch ein passables Häuschen für sechs Personen. Ein tolles Land also für Wankelmütige.

Wankelmütig ist vielleicht auch die dänische Regierung gerade. Womöglich überlegt sie es sich noch anders. Unser Kalkül könnte perfekt aufgehen: Wir behalten die Lage intensiv im Blick und stehen bereit, jederzeit pfeilschnell zu reagieren und eine Woche im Voraus unser Ferienhaus zu buchen. In einem alten Marmeladenglas horten wir noch exakt 701 Kronen und 50 Öre, die vom letzten Dänemark-Urlaub übriggeblieben sind. Klappt es nicht, betreiben wir damit weiterhin Währungsspekulation.

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