Corona-Tagebuch - Tag 45

Innere Harmonie durch Fangenspielen

Wo selbst pädagogisch wertvollste Hörbücher an ihre Grenzen stoßen - und warum die Sendung mit der Maus letzte Bildungslücken schließt.
20.05.2020, 05:00
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Innere Harmonie durch Fangenspielen
Von Philipp Jaklin
Innere Harmonie durch Fangenspielen

Unser Autor Philipp Jaklin erzählt in seinem "Corona-Tagebuch" davon, wie seine Familie den Alltag in Zeiten der Pandemie-Krise zu meistern versucht.

Weser Kurier

Schulen und Kitas im Notbetrieb, Eltern ins Homeoffice verbannt – über den Härtetest des Pandemie-Alltags in der Großfamilie mit vier Kindern (6, 11, 13 und 15 Jahre).

Unsere Jüngste gehört zum privilegierten Kreis der Vorschulkinder, die seit dieser Woche wieder in die Kita dürfen. Die positiven Auswirkungen auf das innere und äußere Gleichgewicht unserer Tochter sind offensichtlich. Es wurde wirklich Zeit, zumal sie sämtliche Hörbuch-Editionen im Haushalt in den vergangenen Wochen durchgehört hat, teilweise mehrfach. Klar, es gibt manches, das man bedenkenlos in die Dauerschleife legen kann: Harry Rowohlts Bassstimme zum Beispiel, die lässt sich gar nicht überdosieren. Das einzige Problem: Mit Harry Rowohlt kann man nicht fangen spielen. Das klappt mit Gleichaltrigen deutlich besser.

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Auch die Sendung mit der Maus hat sich in der kitalosen Zeit als unersetzliche Bildungsinstitution erwiesen. Man fragt sich sowieso, warum dieses Flagschiff des Kinderprogramms nicht immer täglich ausgestrahlt wird. Armin Maiwald (der Mann mit der „Sendung-mit-der-Maus-Stimme“) und seiner Crew ist es außerdem zu verdanken, dass wir Eltern endlich verstanden haben, wie eine Nähmaschine funktioniert. Das kann nicht schaden – jetzt, wo Omis alte und Uromis uralte Singer-Maschine wieder zuverlässig ihren Dienst verrichten.

Sämtliche Familienmitglieder sind inzwischen mit Masken aus eigener Produktion versorgt. Und ja: Auch Puppenmasken fertigen wir an, wenn es sein muss. Die Designs orientieren sich am klassischen Stil abgelegter Businesshemden. Auf Extravanganzen, zum Beispiel provokante Aufschriften wie „I love Wuhan“, verzichten wir konsequent. Solche Mätzchen überlassen wir dem lokalen Einzelhandel.

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