Corona-Tagebuch - Tag 48

Doktor Specht zieht ein

Warum die neusten Ereignisse in der Vogelwelt ungeahnte Aufmerksamkeit auf sich ziehen - und was wir alle vom Zaunkönig lernen können.
29.05.2020, 19:40
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Doktor Specht zieht ein
Von Philipp Jaklin

Schulen und Kitas im Notbetrieb, Eltern ins Homeoffice verbannt – über den Härtetest des Pandemie-Alltags in der Großfamilie mit vier Kindern (6, 11, 13 und 15 Jahre).

Der Zaunkönig gibt nicht auf. Seit Jahren, so erzählt unser Nachbar, versucht sich der kleine Vogel über seiner Terrasse am Nestbau. Immer im Frühjahr stopft er eifrig Halme, Moos oder Wurzeln in einen kleinen Winkel unterm Balkon. Geglückt ist ihm seine Konstruktion noch nie. Die wenigen Zentimeter Vorsprung reichen einfach nicht aus. Ein Windstoß hat seinen Bau vor ein paar Tagen abstürzen lassen.

Lesen Sie auch

Die vergangenen Monate haben unsere Sinne geschärft für das, was in der Vogelwelt so los ist. Und da ist einiges los! Spanische Ornithologen haben herausgefunden, dass die Amseln dieses Jahr lauter singen als sonst. Das Zetern der Elstern übertönt jeden Straßenlärm. Kommen Geräusche von oben, muss es sich um etwas Gefiedertes handeln, Flugzeuge können es schlecht sein.

Die Coronazeit wirkt sich auf das allgemeine Brutwesen offenbar förderlich aus. Auf dem Schulhof unserer Kinder hat ein Buntspecht die menschenleere Zeit dazu genutzt, ein Baumquartier zu beziehen. In unserem Garten piepst es aus dem erst kürzlich aufgehängten Meisenkasten. Wie auch immer die Familie die Sommerferien verbringen wird – Birdwatching gehört dazu.

onlineredaktion@weser-kurier.de

Lesen Sie auch

Jetzt sichern: Wir schenken Ihnen 1 Monat WK+!
Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+