Kommentar zum Wohnungsmarkt und Corona

Trügerische Ruhe

Bis eine wirtschaftliche Krise auf den Wohnungsmarkt durchschlägt, dauert es. Bei Corona hat die Bundesregierung den akuten Niedergang abgefedert. Die gewonnene Zeit muss man nutzen, meint Timo Thalmann.
29.06.2020, 05:00
Lesedauer: 1 Min
Zur Merkliste
Trügerische Ruhe
Von Timo Thalmann
Trügerische Ruhe

Wirtschaftliche Krisen kommen auf dem Mietwohnungsmarkt in Deutschland gewöhnlich erst mit viel Verzögerung an.

Frank Thomas Koch

Aus zahlreichen Gründen ist der Mietwohnungsmarkt in Deutschland viel träger als etwa in den USA. Es gibt Kündigungsfristen, langfristige Verpflichtungen, und nicht zuletzt profitieren Vermieter wie Mieter von stabilen Verhältnissen. Wirtschaftliche Krisen kommen hier gewöhnlich erst mit viel Verzögerung an.

So ist es auch im jetzigen Einbruch wegen der Corona-Pandemie. Doch die Ruhe ist trügerisch: In zahlreichen Branchen kündigt sich auf lange Sicht der Verlust von Arbeitsplätzen an. Die Pandemie trifft auf eine Industrie im Umbruch, in der das eine oder andere Geschäftsmodell schon vor Corona nicht mehr so gut lief wie in den Jahrzehnten zuvor. Ob und wie Handel, Gastronomie und Tourismus auf Dauer mit Corona funktionieren, muss sich noch zeigen.

Lesen Sie auch

Das sind Entwicklungen, die ganz sicher auf den Wohnungsmarkt durchschlagen. Weil der akute Einbruch in Deutschland aber bislang staatlich abgefedert wurde, ist Zeit gewonnen worden, sich auf die Veränderungen einzustellen. Die sollten die Beteiligten nutzen. In den USA ist die Arbeitslosigkeit wegen Corona geradezu explodiert. Die Zahl der Räumungsklagen ist dort schon angeschwollen.

Mehr zum Thema
Lesermeinungen

Das könnte Sie auch interessieren

Das Beste mit WK+