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„Wellness Calls“, Musik und Online-Besichtigungen

Das Wohnungsunternehmen Vonovia geht während der Corona-Pandemie neue Wege: Mitarbeiter Martin Rohde fragt bei den Mietern nach, wie es ihnen geht – und bringt sie hier und da mit Musik auf andere Gedanken.
18.05.2020, 05:47
Lesedauer: 2 Min
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„Wellness Calls“, Musik und Online-Besichtigungen
Von Anne Gerling
„Wellness Calls“, Musik und Online-Besichtigungen

Vonovia-Quartiersmanager Martin Rohde (rechts) und sein DJ-Kollege ­Thomas Zaepernick besuchten mit der „Rolling Disco“ auch die Wohnanlage Wohlers Eichen.

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Vonovia-Mitarbeiter Martin Rohde hat in den vergangenen Wochen ungewöhnlich viele Telefonate geführt, Stichwort „Wellness Calls“ – eine kurze Nachfrage zum Wohlbefinden sozusagen. „Ich rufe alle Mieter an und frage sie, ob sie wegen Corona Einschränkungen haben und ob wir helfen können. Wir haben vorher alle angeschrieben und nun telefoniere ich die durch – mit den ältesten habe ich angefangen“, erzählt der Quartiersmanager, dessen Aufgabe üblicherweise darin besteht, sämtliche Modernisierungsarbeiten an Vonovia-Objekten in Bremen, Delmenhorst und Oldenburg zu begleiten.

Vorübergehend ist er nun aber mit anderen Dingen beschäftigt: „Ich frage die Leute im Allgemeinen, ob es Probleme gibt. Viele sind dankbar, dass sie einfach mal reden können – gerade viele ältere Menschen sind darüber froh.“ Was Rohde aus etlichen dieser Telefongespräche weiß: „Die Nachbarschaftshilfe unter den Mietern läuft super.“

Für mehrere Mieter, die ihre Wohnungen derzeit aus gesundheitlichen Gründen nicht verlassen können, konnte er bereits auf kurzem Wege Hilfe organisieren, die einmal in der Woche für sie einkaufen geht. „In einer Straße arbeiten wir mit den Johannitern zusammen und in einer anderen mit einer Reinigungsfirma, die uns auch sonst beim Tragedienst unterstützt, wenn mal irgendwo ein Fahrstuhl kaputt ist“, sagt Rohde.

Außerdem habe sich das Wohnungsunternehmen verschiedene Aktionen ausgedacht, um seine Mieter auch einmal auf andere Gedanken zu bringen, erzählt der Quartiersmanager, der nebenbei als DJ tätig ist: „Wir haben gemerkt, dass die Bewohner ein bisschen Abwechslung brauchen. Deshalb haben wir in Wohlers Eichen und Auf der Düne in Oslebshausen beziehungsweise Ohlenhof und in der Käthe-Popall-Straße in Huckelriede eine Anlage aufgebaut und dort jeweils eine Stunde spontan Musik gemacht. Das kam gut an und schreit nach mehr.“ Die Titelauswahl haben Rohde und sein DJ-Kollege von der „Rolling Disco“ dabei jeweils auf das Alter der Zuhörer abgestimmt, was ihnen offenbar gut gelungen ist: „Die Rentner waren am coolsten, die standen mit Masken auf den Balkonen und haben das richtig abgefeiert.“

In der der neungeschossigen Wohnanlage Wohlers Eichen in Oslebshausen, wo seit 2018 die energetische Sanierung der 256 Wohnungen in allen 16 Häusern läuft, nähert sich diese Modernisierungsmaßnahme nun allmählich dem Ende. „Das Parkdeck wird noch abgerissen, das Ganze wird offener“, sagt Rohde. Die Arbeiten laufen ihm zufolge mit Einschränkungen weiter, unter anderem in den Hausfluren. Notwendige Reparaturarbeiten – zum Beispiel bei Wasserschäden – würden natürlich weiterhin erledigt, sagt Rohde. Weniger dringende Maßnahmen könnten jedoch auch warten: „Wenn so etwas jetzt bei den Mietern nicht gewollt ist, dann nehmen wir das ernst.“

Vonovia-Mieter, die zum Beispiel melden möchten, dass etwas kaputt ist, können dies neuerdings per App tun. Über das nur Mietern zugängliche Programm für Smartphones können sie sich auch einen Überblick zu geplanten Reparaturen und Terminen verschaffen oder ihren Mietvertrag einsehen. Schon vor Beginn der Corona-Pandemie hatte das Wohnungsunternehmen an dem Programm gearbeitet, das nun wie gerufen kommt. Und auch Wohnungsbesichtigungen kann das Unternehmen in Bremen dank Technik schon online und somit kontaktlos anbieten. 360-Grad-Kameras vermitteln dabei dem Interessenten quasi das Gefühl, direkt in der Wohnung herumzulaufen.

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