Kommentar über Bremer Kaufmannsfeste

Undenkbar

Keine Schaffermahlzeit? Es gibt Schlimmeres, werden viele einwenden, und wer wollte ihnen da widersprechen? Nicht verkennen sollte man aber, welchen Mehrwert die beiden Feste bringen, findet Jürgen Hinrichs.
07.08.2020, 05:00
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Undenkbar
Von Jürgen Hinrichs
Undenkbar

Droht wegen Corona auszufallen: Die traditionelle Schaffermahlzeit.

Frank Thomas Koch

Da haben sie recht, das kann man nachvollziehen: Ganz oder gar nicht, lautet die Devise für Schaffermahlzeit und Eiswette. Eine abgespeckte Version der beiden Kaufmannsfeste mit Braunkohl und anderen Leckereien soll es nicht geben. Lieber absagen, weil es wegen Corona nicht anders geht, als irgendwelche Provisorien. Oder kann sich das jemand vorstellen: Wenige Gäste, Abstand halten und am besten auch keinen Toast mehr ausbringen?

Für diese Haltung muss nicht erst die Tradition bemüht werden, dass es immer schon so war und nie anders werden soll. Es reicht, sich den Charakter der Veranstaltungen anzuschauen. Sie sind dafür da, Kontakte zu knüpfen und zu vertiefen. Hunderte Gäste aus Politik, Wirtschaft und Kultur – bislang fast ausnahmslos Männer, neuerdings mehr Frauen, was nur richtig ist – stecken die Köpfe zusammen. Undenkbar in Zeiten von Corona, zumal es hauptsächlich ältere Semester sind, die aufeinandertreffen.

Es gibt Schlimmeres als eine Absage, werden viele einwenden, und wer wollte ihnen da widersprechen? Nicht verkennen sollte man aber, welchen Mehrwert die beiden Feste bringen. Und das sind mitnichten nur die üppigen Spenden.

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