Spielstätte in Hemelingen

Das Aladin rockt weiter - trotz Insolvenzverfahrens

Trotz des Insolvenzverfahrens sind in der traditionsreichen Spielstätte in Hemelingen bis 2020 Konzerte und Partys geplant. Der Insolvenzverwalter und die Betreiber sind optimistisch.
31.01.2019, 20:52
Lesedauer: 3 Min
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Das Aladin rockt weiter - trotz Insolvenzverfahrens
Von Pascal Faltermann
Das Aladin rockt weiter - trotz Insolvenzverfahrens

Konzerte, Kohltouren und Tanzveranstaltungen wird es im Aladin in Hemelingen weiterhin geben.

Vasil Dinev

Es geht weiter an der Hannoverschen Straße. Bislang war ungewiss, was ab Februar mit dem Bremer Aladin passiert. Nun steht fest: Das Insolvenzverfahren für die traditionsreiche Spielstätte und Diskothek Aladin Music Hall wird eröffnet. Der Betrieb läuft aber unverändert weiter. Das teilt Berend Böhme, Insolvenzverwalter von der Kanzlei Böhme & Oelbermann, am Donnerstagabend mit. Nur das Amtsgericht muss dem noch zustimmen. Die Konzerte und Veranstaltungen in diesem Jahr sollen alle wie geplant laufen, für 2020 gibt es erste Pläne.

Die Nachricht kam Mitte November: Nach 41 Jahren drohte dem Kult-Konzerthaus Aladin das Aus. Die Betreiberfirma der Diskothek und des Konzertortes in Hemelingen meldete Insolvenz an. Musiker, Veranstalter und Freunde der Spielstätte befürchteten das Schlimmste. Aber der Insolvenzverwalter und die Gesellschafter fanden schnell einen Weg, um den Betrieb am Laufen zu halten.

Viele positive Signale

Bislang gab es ein vorläufiges Insolvenzverfahren über das Vermögen der Betreibergesellschaft „Elwege Gmbh“. Die Firma der Gesellschafter Werner und Elisabeth Gerdes, die zudem Geschäftsführerin ist, geriet durch mehrere Ursachen in eine finanzielle Schieflage. Der heiße Sommer mit weniger Umsatz und eine Quersubventionierung der Großraumdiskothek Stubu, welche das Ehepaar Gerdes bis Dezember 2017 betrieb, waren zwei der Gründe. Das Aladin übernahmen die beiden im Juli 2011 von Bernhard Linnenbaum, der das Aladin 34 Jahre lang geleitet hatte.

Nun gibt es viele positive Signale: „Der Kundenzuspruch und auch die Nachfrage von Veranstaltern sind groß“, sagt Insolvenzverwalter Böhme. „Wir sind guter Dinge und haben schon Termine für Januar bis März 2020 vorgemerkt“, sagt Werner Gerdes, der auch Inhaber des Gebäudekomplexes ist, was für den Insolvenzverwalter ein Vorteil bedeutet. Er muss nicht mit mehreren Parteien zusammenarbeiten.

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Der 2500 Quadratmeter große Gebäudetrakt, der früher mal ein Kino beherbergte, scheint also eine Zukunft zu haben. Die Schulden sollen abgewickelt werden, um einen Neuanfang zu ermöglichen. Wie genau diese Zukunft des Aladin aber aussieht, kann und will noch niemand sagen. „Wir führen sehr gute Gespräche mit strategischen und finanziellen Partnern“, sagt Böhme. Es hätten sich einige Interessenten gemeldet, die den Laden gerne betreiben würden. Lösungen seien mehrere denkbar. Und: „Wir wollen die Einnahmesituation so gestalten, dass wir auch eine Saure­gurkenzeit gut überstehen“, so Böhme.

Programm für Herbst und Winter schon gut gebucht

Um das Aladin vor dem Aus zu bewahren, muss laut Böhme keiner der Mitarbeiter gehen. „Es wird keine Entlassungen geben“, sagt der Anwalt. Bislang seien die Gehälter durch Insolvenzgeld gezahlt worden, ab Februar dann wieder durch die Einnahmen des Ladens. In der Veranstaltungsstätte arbeiten nach Angaben von Werner Gerdes 53 geringfügig Beschäftigte sowie fünf festangestellte Mitarbeiter. Die Angestellten seien über alle Vorgänge informiert worden und stehen hinter den Gesellschaftern, sagt Elisabeth Gerdes. „Das alles geht nur als Team.“ So laufe auch die Zusammenarbeit mit dem Insolvenzverwalter „optimal“.

Zu Beginn habe man noch Sorge gehabt, dass durch die Nachricht die Gäste wegbleiben. Aber vor allem bei den Kohlfahrten sei nach anfänglicher Zurückhaltung die Nachfrage wieder gestiegen, so Werner Gerdes. Dass ein guter Weg für das Aladin eingeschlagen wurde, zeige sich auch bei Tanzveranstaltungen und Konzerten. Ob Hüttengaudi mit Mickie Krause (9. März) oder Zirkus Elektro (6. April) – die Nachfrage sei groß und der Laden werde voll.

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Mit Marsimoto, das Alter Ego des deutschen Rappers Marteria, kommt bereits am 13. Februar auf seiner „Green Tour“ der nächste überregional bekannte Künstler. Und das Programm für den Herbst und Winter 2019 sei auch schon gut gebucht. So ist beispielsweise der Termin für das Konzert von Namika wegen gesundheitlicher Probleme der Künstlerin vom 21. Februar auf Ende des Jahres, 12. Dezember, verlegt worden. Die Rammstein-Coverband Feuerengel wird anschließend wohl wieder ihr Doppelkonzert ausverkaufen (13. und 14. Dezember).

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