Kulinarische Genüsse auf der Breminale Das Ess-Fest

Von Burrito bis Bratwurst: An den rund 50 Essensbuden der Breminale können sich die Besucher an fünf Tagen einmal um die Welt schlemmen. „Bei der Breminale geht es neben der Musik immer auch um das Kulinarische“, sagt Rolf Hesener.
16.07.2015, 00:00
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Das Ess-Fest
Von Jan Oppel

Von Burrito bis Bratwurst: An den rund 50 Essensbuden der Breminale können sich die Besucher an fünf Tagen einmal um die Welt schlemmen. „Bei der Breminale geht es neben der Musik immer auch um das Kulinarische“, sagt Rolf Hesener. Als Projektleiter ist er zuständig für die Gastronomiestände auf dem Festival. Die Auswahl ist groß. Die Breminale-Macher versuchen vor allem, das Angebot stetig zu erweitern. Auch mit Bio-Produkten. „Das passt einfach zum Festival“, meint Hesener. Die Nachfrage danach sei groß. Aber auch Fast-Food-Klassiker seien bei den Besuchern weiterhin beliebt. Seit vergangenem Jahr liegt das „Handbrot“ voll im Trend. „Da stehen die Leute noch Schlange, wenn wir am Sonntag abbauen“, meint Hesener.

Am Handbrot-Stand herrscht schon am späten Nachmittag reges Treiben. Felix Rille und zwei Mitarbeiterinnen schneiden die Teigrollen hinter dem Tresen am Fließband in Stücke. Zwei Varianten haben die Bäcker aus Leipzig im Angebot: Die Brote sind wahlweise mit Schinken oder Champignons gefüllt. Gebacken werden sie in einem eigenen Kohleofen. „Das Handbrot ist quasi ein verunglückter Flammkuchen“, erklärt Rille. Damit in dieser Schlagzahl gebacken werden kann, lagern im hinteren Teil der Bude ein Laib Gouda-Käse und Säckeweise Mehl.

Schlange stehen für Falafel

Ein Stück weiter steht einer der zwei Falafel-Stände von Oussama Mallah. Der Libanese kommt schon seit 17 Jahren auf die Breminale. Schon zum Festivalstart stehen die Besucher geduldig in einer langen Schlange. Die kleinen Kichererbsenbällchen gehören zu den beliebtesten Köstlichkeiten des Festivals. Sie werden zusammen mit Petersilie, Gurken, Tomaten, scharfer Chilipaste und Sesamsoße in einem Fladenbrot eingerollt.

Was die orientalische Spezialität so beliebt macht? „Wir kochen mit Liebe“, sagt Standchef Mallah und grinst. Sieben verschiedene Gewürze kommen in sein Falafel, bevor sie in einer der drei Fritteusen goldgelb gebacken werden. Welche Gewürze das sind, will Mallah nicht verraten.

Ina Becker und Karolina Dräger stehen an – trotz Nieselregen. Das Falafel bei der Breminale ist für die beiden Studentinnen schon ein festes Ritual. „Es schmeckt einfach frisch“, meint Dräger und beißt herzhaft in das gefüllte Fladenbrot.

Schon bei Mallahs Debüt auf der Breminale rannten ihm die Leute die Bude ein. „Erst waren es drei Gäste, dann zehn“, erinnert er sich. Als er sich das dritte Mal umdrehte, waren es mehr als 30. „Dann habe ich beschlossen: Wer essen will, muss helfen“, sagt Mallah. Fünf Freiwillige sprangen spontan ein. Heute beschäftigt Mallah zehn Mitarbeiter.

Feinschmecker kommen im Zelt der „Küche 13“ auf ihre Kosten. Zum Edel-Hamburger gibt es hier auch einen kühlen Sekt. Auch wer es süß statt salzig mag, wird auf der Breminale fündig: Es gibt „Frozen Yoghurt“, Sahneeis, Fruchtgummitiere und andere Leckereien.

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Das, was Wilko Worthmann im „Bio-Erleben-Dorf“ anbietet, ist dagegen geradezu Schonkost. Er steht in „Brünings Scheune“ am Deich hinterm Herd. Die blonden Haare hat er zu einem Pferdeschwanz gebunden. Um ihn herum dampft und brutzelt es. Mit einem großen Metalllöffel rührt der Koch in zwei riesigen Pfannen. Es riecht nach Zwiebeln. „Gebratene Champignons und Couscous mit Gemüse“, erklärt er. Wie bei Worthmann gibt es auf der „Dörflichen Wiese“ am Osterdeich im „Bio-Erleben-Dorf“ ausschließlich Essen aus ökologischem Anbau. Worthmann ist zum ersten Mal auf der Breminale. Normalerweise arbeitet er als Küchenchef in Fischerhude. Auf der Breminale bietet er neben den zwei warmen Gerichten auch gebrannte Mandeln an. „Willst du probieren?“, fragt Worthmann und reicht eine Hand voll der Nüsse über den Tresen.

Auch bei ihm zu Hause kommen in erster Linie Bio-Produkte auf den Teller. Dogmatiker ist der Koch aber nicht. „Im Stadion esse ich auch schon mal eine Bratwurst“, gesteht er. Aus Fischerhude hat er Petersilie und Schnittlauch aus eigenem Anbau dabei. Auch der Brokkoli für das gebratene Couscous kommt aus Fischerhude. „Wir leben hier den Bio-Gedanken“, sagt Worthmann. „Das mag ich als Koch an der Breminale – das macht sie einfach einzigartig.“

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