Bremen Das Fest in Zahlen

473 Mal gab es die Schaffermahlzeit in Bremen schon. Sie findet alljährlich am zweiten Freitag im Februar statt.
11.02.2017, 00:00
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473 Mal gab es die Schaffermahlzeit in Bremen schon. Sie findet alljährlich am zweiten Freitag im Februar statt.

1545 wurde das Haus Seefahrt gegründet, das heute als Stiftung auftritt und die Schaffermahlzeit veranstaltet. Die Stiftung wird durch die gemeinsame ehrenamtliche Arbeit von Kapitänen und Kaufleuten am Leben gehalten. Ihr Zweck ist die soziale Absicherung von Seeleuten und ihren Angehörigen. Außerdem kümmert sich Haus Seefahrt um die Nachwuchsförderung und unterstützt bedürftige Nautik-Studenten. Die Schaffermahlzeit ist die wichtigste Einnahmequelle der Stiftung.

5 Stunden dauert das Essen, in deren Verlauf die Gäste mit

5 Gängen versorgt werden. Zum Auftakt gibt es

80 Liter Hühnersuppe. Für alle zusammen, wohlgemerkt, nicht für jeden einzelnen. Weitere Gänge sind Stockfisch mit Senfsauce und Salzkartoffeln, der Braunkohlteller, ein Kalbsbraten mit Selleriesalat, Katharinenpflaumen und gedämpften Äpfeln sowie Rigaer Butt, Sardellen, Wurst, Zunge, Chester- und Rahmkäse sowie ein Fruchtkorb. Zwischendurch gibt es noch das Seefahrtsbier, das so nahrhaft ist, dass es als eigener Gang durchgehen könnte. Und zum Abschluss wird geraucht, aus Tonpfeifen. Der Zeitplan ist minutiös durchgetaktet. Zum Beispiel haben die Gäste

9 Minuten Zeit, die Suppe zu essen. Zum Vergleich:

24 Minuten immerhin werden den Gästen gelassen, den Braunkohl zu verzehren. Die Mengen, die dazu durch die Küche und anschließend über den Tisch gehen, können sich sehen lassen. Die gut

300 Gäste wollen schließlich satt werden. Dazu braucht es

120 Kilo Grünkohl, der in der Küche zum Bremer Braunkohl verarbeitet wird. Auf die Tische kommen außerdem insgesamt

40 Kilogramm Pinkel, Kasseler und Bauchspeck,

100 Kilogramm Kartoffeln und schließlich

500 Kochwürste. Nachnehmen ist also möglich. Wer nicht gern isst, dem wird trotzdem nicht langweilig, denn im Verlauf der fünf Stunden gibt es

12 Reden zu halten und zu hören. Es sind jeweils zwei Reden der drei Schaffer (ein Willkommensgruß, eine Rede auf Bundespräsident und Vaterland, eine auf Bremen und den Senat, eine weitere auf Handel, Schifffahrt und Industrie, eine auf Haus Seefahrt, Vorsteher und Oberalte, eine auf die Kapitänsschaffer und schließlich eine Rede auf die auswärtigen Gäste). Hinzu kommen die Sammelrede zur Einleitung der Spendensammlung, die Rede des Kapitänsschaffers auf die kaufmännischen Schaffer, eine Dankesrede des Verwaltenden Vorstehers auf die Schaffer, die Damenrede eines Kapitäns sowie die Rede des Ehrengasts, in diesem Jahr also von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Gesungen wird übrigens auch: die dritte Strophe des Deutschland-Liedes, und zwar genau

1 Mal.

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