Andrang bei der Gründung der neuen Kinderfeuerwehr in Schwanewede / 17 Kinder melden sich an Das Feuerwehr-Auto lockt alle

Schwanewede. Aufgeregt laufen die Mädchen und Jungen durch die Fahrzeughalle. Neugierig bestaunen sie die riesigen roten Autos.
05.12.2015, 00:00
Lesedauer: 3 Min
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Von Gabriela Keller

Aufgeregt laufen die Mädchen und Jungen durch die Fahrzeughalle. Neugierig bestaunen sie die riesigen roten Autos. „Wollt ihr mal in ein Fahrzeug klettern?“, fragt Michelle Gawehn in die Runde. Die Antwort ist ein begeistertes vielstimmiges „Ja“. Hinter dem Steuer eines Feuerwehr-Autos sitzen – das ist der Moment, auf den sie alle gewartet haben.

Im Gerätehaus der Ortsfeuerwehr Schwanewede tummelte sich am Donnerstag der jüngste Nachwuchs der Brandschützer. Rund 20 Mädchen und Jungen waren mit ihren Eltern zur Gründung der ersten Kinderfeuerwehr in der Gemeinde Schwanewede auf das Gelände am Lycker Weg gekommen. Nach Lilienthal/Falkenberg, Worphausen, Garlstedt, Grasberg, Hüttenbusch, Worpswede und Seebergen zieht Schwanewede jetzt mit der achten Kinderfeuerwehr im Landkreis Osterholz nach.

„Wer von euch will denn bei der Kinderfeuerwehr mitmachen?“ Auf die Frage von Landrat Bernd Lütjen flogen bei der Gründung viele kleine Hände in die Höhe. 17 Anmeldungen zählte Michelle Gawehn am Ende für zehn Plätze. Sie ist eine von sieben Betreuern, die den jüngsten Nachwuchs spielerisch an das Thema Feuerwehr und Brandschutz heranführen werden. Zum Team gehören außerdem Yvonne Prigge, Cornelius und Jutta Drewes, Sven Jackwerth, Kerstin Steenken und Ortsbrandmeister Jörg Laude. Gemeinsam wollen sie die Kleinen im Alter von sechs bis zehn Jahren für die Feuerwehr begeistern.

Die sind jetzt schon Feuer und Flamme. „Mein Papa war auch mal in der Feuerwehr. Der hat gesagt, das war cool“, sagt der neunjährige Nico Dickhut. „Mit fünf Jahren fand unser Sohn die Feuerwehr schon toll“, erzählt Mutter Nicole. „Als wir hörten, dass hier eine Kinderfeuerwehr entstehen soll, haben wir uns informiert.“ Sie finde es gut, dass ihr Sohn bei der Feuerwehr lerne, anderen Menschen zu helfen. Sohnemann interessiert sich erstmal vor allem für die Feuerwehr-Autos. Ganz stolz guckt er hinter dem Steuer eines Löschfahrzeugs, in das er gerade geklettert ist. Chayenne Adomeit ist noch zu klein, um die Stufen zum Fahrersitz allein zu erklimmen. Gawehn hievt die Sechsjährige hinauf. „Die Fahrzeuge findet sie toll“, weiß Chayennes Mutter. Dass die Tochter zur Kinderfeuerwehr will, findet sie gut. „Die Kinder können hier Teamfähigkeit lernen und Rücksichtnahme. Außerdem erfahren sie frühzeitig etwas über Brandgefahren.“

Yvonne Jensen meldet ihren sechsjährigen Sohn Bjarne an. „Mit der Brandschutz-Erziehung kann man nicht früh genug anfangen“, meint sie. Gedrängt habe aber der Sohn selbst. „Er war immer ganz traurig, weil er noch zu jung war, um wie sein Bruder in der Jugendfeuerwehr mitzumachen. Jetzt will er unbedingt in die Kinderfeuerwehr“, erzählt die Mutter.

Das ist auch der Gedanke, der hinter der Gründung der Kinderfeuerwehren steht: Den Nachwuchs so früh wie möglich an die Feuerwehr heranzuführen. Der Eintritt in die Jugendfeuerwehr ist erst ab zehn Jahren möglich. Bis dahin aber haben sich viele häufig schon anderen Hobbys zugewandt und gehen der Feuerwehr verloren. Die Kinderfeuerwehr soll den Nachwuchs frühzeitig binden. In der Hoffnung, dass der eine und andere später einmal die aktive Abteilung verstärkt.

Im Mittelpunkt für die Kleinsten steht in Schwanewede indes erstmal der Spaß. Den hatten sie bei der Gründung im Gerätehaus. Dort durften sie alles angucken, lernten Geräte und Ausrüstungen kennen: Kettensäge, Schlauchlager, Kompressor, Anzüge für Sondereinsätze. „Der Rüstwagen ist eine rollende Werkstatt“, erfuhren sie.

Der Andrang am Donnerstag beweist den Initiatoren der Ortswehr Schwanewede, dass sie mit ihrer vor eineinhalb Jahren geborenen Idee richtig liegen. Einen Dienstplan für den Nachwuchs gibt es auch schon. Jeden zweiten Donnerstag von 16.30 bis 18 Uhr lernen sie im Gemeindehaus, verpackt in spielerische Aktionen, das kleine Einmaleins der Brandschutz-Erziehung. Los geht es am 17. Dezember, dann haben die Jüngsten ihren ersten Dienstabend.

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