Seminar der Bremer Leselust Das Geheimnis des guten Vorlesers

Bremen. Vorlesen ist wieder im Kommen. Wie man seine Zuhörer mit seinem Vortrag richtig fesselt, zeigt Schauspielern Sabine Urban an diesem Wochenende beim einem Seminar der Bremer Leselust.
29.01.2011, 12:34
Lesedauer: 2 Min
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Von Melanie Öhlenbach

Bremen. Vorlesen ist wieder im Kommen. Wie man seine Zuhörer mit seinem Vortrag richtig fesselt, zeigt Schauspielern Sabine Urban an diesem Wochenende beim einem Seminar der Bremer Leselust.

Wie kann ich beim Vorlesen den Kontakt zu meinem Publikum aufbauen, ohne dabei die Zeile im Buch zu verlieren? Wie kann ich Stimme und Lesetempo halten? Und vor allem: Wie werde ich nur diese Nervosität beim Lesen los? Diese und andere Fragen beschäftigten die zwölf Teilnehmer des Seminars der Bremer Leselust. Alle von ihnen sind begeisterte Vorleser – für ihre Kinder und Enkel, in ihrem Beruf oder ehrenamtlich in Kinder- und Senioreneinrichtungen.

Von Schauspielerin und Leselust-Botschafterin Sabine Urban lernten sie nun das A und O eines spannenden Vortrages kennen: „Sie müssen das Buch, das Sie lesen, gut kennen“, sagte die 34-Jährige. Nur so könne sich der Vortragende dem Atem richtig einteilen, Spannungsbögen aufbauen und an den richtigen Stellen Pausen machen. Außerdem schwinde durch eine gute Vorbereitung schon ein Teil der Aufregung, weil man genau wisse, worum es in der Lektüre gehe, erklärte Sabine Urban.

Sie zeigte den Teilnehmern aber auch praktische Lockerungs- und Atemübungen, mit denen sie ihre Stimme gut für den Vortrag vorbereiten können und ihre Stimmbänder schonen. Zu vieles Räuspern sei eher schädlich, meinte die Schauspielern. „Sie sollten ihren Sprechapparat ölen und geschmeidig halten.“

Dass Vorlesen altmodisch ist, glaubt die 34-Jährige nicht. „Das war es vielleicht eine Zeitlang, aber mittlerweile ist es wieder im Kommen“, sagte die Leselust-Botschafterin. „Vor allem viele ältere Frauen, die in Rente gehen, entdecken das Lesen wieder neu und wollen es auch andere vermitteln.“

Aber auch Männer können sich dafür begeistern. Kursteilnehmer Cornelius Kopf aus Schachhausen hat beispielsweise jahrelang den kleinen Patienten im Klinikum Links der Weser vorgelesen. Auf dem Seminar wollte er seine Erfahrungen weiter ausbauen und sich mit anderen austauschen. „Es interessiert mich, wie sie dazu gekommen sind“, sagte der 61-Jährige, der im Ruhestand wieder vermehrt Kindern und Erwachsenen die Welt der Bücher nahebringen will. Dass Vorlesen nur etwas für Frauen ist, glaubt Cornelius Kopf nicht. „Frauen lassen sich selbst gerne etwas vorlesen. Und wer soll das denn machen außer uns Männern?“

Wer Interesse an dem Vorlese-Seminar hat, findet Informationen unter www.leselust.bremen.de.

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