Musik und Licht am Hollersee Das große Picknicken

Bestens vorbereitet sind am Sonntagabend Hunderte Menschen aus Bremen und ganz Norddeutschland zum Freiluftkonzert „Musik und Licht am Hollersee“ angereist, das von Feuerwerk begleitet wird.
10.09.2017, 21:13
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Das große Picknicken
Von Sara Sundermann

Ohne Klappstuhl, Rotwein und Regenschirm traut man sich kaum hier her: Wenn das Jugendsinfonieorchester am Hollersee bei Fackelschein und Feuerwerk aufspielt, entdecken Bremer und Norddeutsche aus dem Umland den romantischen Picknicker in sich.

Bestens gerüstet kommen Klassikfans und Freunde von Freiluftereignissen dann in den Bürgerpark zum kostenlosen Open-Air-Konzert. Wohl gelaunte und gut ausstaffierte Menschentrauben sah man am Sonntagabend schon anderthalb Stunden vor Beginn des Konzerts aus allen Richtungen zum Hollersee strömen.

Bewaffnet mit Hackenporsche und Picknickkorb, mit Isomatten und karierten Decken, mit Baguette und Buletten. „Das hier ist wirklich etwas Besonderes, es ist einfach urig“, sagt Karin Möllenberg. Die 62-jährige Bremerin ist mit Freunden hier: Fünf Freunde, die sechs Fackeln vor sich ins Gras gesteckt haben.

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"Wir sind noch nie enttäuscht worden"

Obwohl sie schon zwei Stunden vor Beginn des Konzerts anrückten, ergatterten sie keinen Platz mehr in der begehrten ersten Reihe direkt am Wasser des Sees. „Wir genießen die Musik, wir versuchen, jedes Jahr zu kommen und sind noch nie enttäuscht worden“, sagt Heiner Seevers.

Trauben, Paprika, Camembert und kleine Würstchen haben sie vor sich aufgebaut: Die Zeit bis zum Beginn des Konzerts dürfte ihnen nicht lang werden. Klassische Musik, Feuerwerk, hunderte Fackeln und ein großes Publikum, das am Wasser picknickt, das sind die Kernzutaten des Bremer Klassikers, der jedes Jahr Tausende Menschen anlockt.

Am Südufer des Sees ist eine Bühne aufgebaut, dort spielt das Jugendsinfonieorchester Bremen-Mitte unter der Leitung von Dirigent Martin Lentz. Von den vielen freiwilligen Unterstützern des Veranstalters, dem Bremer Bürgerpark, werden zudem wichtige Accessoires verkauft: Fackeln, Feuerzeuge und Regencapes.

Stiller Ausklang ist besonders schön

Wer vor Ort eine Fackel gekauft hat, trägt zur stimmungsvollen Atmosphäre am Abend bei und unterstützt zugleich den Bürgerpark. Techniker sorgen über ein ausgeklügeltes System mit Lautsprecherboxen an 14 verschiedenen Stellen dafür, dass alle gut hören können, was auf der Bühne gespielt wird. Rettungsdienst und Feuerwehr sind mit mehr als einem Dutzend Helfern und einem kleinen Motorboot vor Ort, falls jemand weinselig oder ergriffen in den See kippt: „Alles schon passiert“, erzählt einer der Rettungssanitäter.

Weil das Mitbringen von Tischen bei dem Freiluftkonzert verboten ist, haben sich viele findige Bremer etwas ausgedacht. Manche nutzen ihren Fahrradanhänger als Anrichte für ihr Freiluft-Dinner. Andere machen es so wie Heiko Pohlmann und seine Partnerin: Sie haben eine Klappkiste mit einer Serviette gedeckt und zum Picknicktisch gemacht.

Der Weißwein ruht in der Kühlung, der Spätburgunder ist schon in die geschwungenen Weingläser ausgeschenkt. Das Paar, das extra aus Hude anreiste zu Musik und Licht am Hollersee, ist vorbereitet. Besonders schön findet Heiko Pohlmann den stillen Ausklang des Konzerts: „Dann wird das Publikum gebeten, sich einfach leise zu erheben und nicht zu klatschen.“

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