Bildungsprojekt im Universum Bremen Das Herz erfahrbar machen

Es ist eine echte Hochleistungsmaschine, das menschliche Herz. Wie es funktioniert, sollen vier neue Exponate im Universum Bremen nun Besuchern aller Alterklassen näher bringen.
12.02.2017, 00:57
Lesedauer: 2 Min
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Von Lisa Urlbauer

Im Rhythmus des Pulses schlägt die Trommel. In ihrem Inneren leuchtet ein rotes Herz auf. Ganz regelmäßig, im Takt des Instruments. Aufregung, Aktivität oder Ausdauer – das alles kann man an unserem Herzschlag ablesen. Eine neue Station in der Dauerausstellung des Universums Bremen macht den eigenen Puls jetzt hörbar.

Es ist eines der vier neuen Exponate zum Thema Herzgesundheit – und damit Teil des gemeinsamen Bildungsprojektes der Stiftung Bremer Herzen und der AOK Bremen/Bremerhaven in Kooperation mit dem Universum Bremen. Dazu kommen zwei neue Varianten der „Forscherzeit“, in denen Schülerinnen und Schüler das Thema vertiefen. Ziel sei die Prävention von Herzkrankheiten, indem die Funktionsweisen des menschlichen Körpers erlebbar gemacht werden, sagt Geschäftsführer des Universums Herbert Münder. „Unsere ‚Forscherzeit’ ist eine gute Ergänzung zum Schulunterricht.“

Die neuen Stationen im Universums ­beantworten Besuchern aller Altersklassen einige Fragen rund um das Thema Herz: Wie lässt sich zum Beispiel die Arbeit des Herzens an einem einfachen Gummiball nachempfinden? Die ersten Male lässt er sich noch sehr leicht drücken und damit das ­Wasser in einer Säule nach oben transportieren – nach zehn Versuchen wird es ­anstrengender, nach zwanzig setzt Er­schöpfung ein.

Unser Herz allerdings, schlägt jeden Tag und jede Nacht, ein Leben lang. Rund 70 Mal pro Minute – und pumpt dabei knapp fünf Liter Blut in alle Teile unseres Körpers. „Wir haben eine Hochleistungsmaschine in unserer Brust sitzen“, sagt Chefarzt am Herzzentrum Bremen und Vorsitzender der Stiftung Bremer Herzen Rainer Hambrecht. Im Ruhezustand entspricht die Leistung des Herzens der eines 580-PS-Motors – nur das dieser niemals jahrzehntelang ununterbrochen ohne Wartung arbeiten könnte.

Das funktioniere beim Menschen allerdings auch nur, wenn man gut auf sein Herz aufpasse und so früh wie möglich damit anfange, so Hambrecht. „Mit 60 oder 70 Jahren seinen Lebensstil umzuändern ist zwar auch wichtig, aber eigentlich schon zu spät.“ Einen Herzinfarkt unter 45 Jahren zu bekommen, sei keine Seltenheit mehr, erklärt der Kardiologe. „Erst letztens habe ich einen 22-Jährigen behandelt.“

Das neu gestartete Bildungsprojekt bietet eben jene frühe Aufklärung an; das Angebot richtet sich an Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 15 Jahren. Sie sollen für das Thema sensibilisiert werden, allerdings ohne imperativen Präventionsgedanken, sagt Hambrecht. Nicht nur verbieten zu rauchen, Alkohol zu trinken oder fetthaltige Lebensmittel zu konsumieren – sondern auch aufzeigen, was das Herz alles zu leisten vermag.

Was das Organ alles kann, finden die Schüler in den zwei jeweils zweieinhalbstündigen „Forscherzeiten“ heraus. Zum einen, in dem sie echte Schweineherzen sezieren und dadurch mehr über Blutfluss, Kraft und Verletzlichkeit des Organs lernen. Die zweite Variante vermittelt Schülern anderseits in verschiedenen Mitmachstationen Wissenswertes über Funktionsweise und Aufbau des Herzens, Risikofaktoren für die Herzgesundheit sowie Maßnahmen der Reanimation.

Die „Forscherzeiten“ zum Projekt „Hallo. Hier spricht dein Herz“ finden montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 12 Uhr statt. Der Preis inkl. anschließendem Besuch der Dauerausstellung beträgt zehn Euro pro Schüler, zwei begleitende Lehrer erhalten freien Eintritt. Die ersten 15 Schulklassen erhalten eine kostenlose Forscherzeit. Anmeldung erforderlich unter Telefon 04 21 / 33 46 0. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.hallo-herz.de

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