Dedesdorfer Platz

Das kleine Wäldchen ist weg

Am Rande der zukünftigen Spiel- und Sportfläche „Waller Mitte“ wurden Bäume gefällt und das Bebauungsplanverfahren ist auf der ZIelgeraden. Mehrere Baugruppen wollen sich um Grundstücke bewerben.
19.02.2018, 05:21
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Das kleine Wäldchen ist weg
Von Anne Gerling
Das kleine Wäldchen ist weg

WES Waller Mitte Dedesdorfer Platz

Roland Scheitz

Walle. Die Bäume sind weg – und zwar, ohne dass es einen empörten Aufschrei der Nachbarn gegeben hätte. In der Baubehörde hat das in der vergangenen Woche fast für Applaus gesorgt, schilderte nun Rainer Imholze dem Fachausschuss „Quartiersentwicklung“ des Waller Beirats. Imholze verantwortet im Bauressort den Bereich Zentren- und Innenstadtentwicklung und will bis zu seiner nicht mehr allzu fernen Pensionierung noch mehrere Projekte zuende bringen. Eines davon ist die Umgestaltung des Dedesdorfer Platzes zu einer Freifläche mit Randbebauung, die Imholze gemeinsam mit der Bürgerinitiative Waller Mitte und dem Stadtteilbeirat vor mehreren Jahren in die Hand genommen hat.

Schrittweise geht es seitdem mit dem ehemaligen BSV-Sportplatz voran. „Wir arbeiten alle auf Hochtouren“, so Imholze. Nun sind also rund 30 Bäume auf dem sogenannten Bunkergrundstück gefällt worden. Als Nächstes rückt der Kampfmittelräumdienst an, dann kommt – wie schon auf der großen Freifläche – die Dioxinsanierung. Auch die alte BSV-Umkleide muss noch abgerissen werden.

Auf dem Bunkergrundstück sollen später einmal Wohngebäude errichtet werden; weitere Baugrundstücke sind an der Lankenauer Straße und an der verlängerten Sandstedter Straße geplant. Mehrere Baugemeinschaften stehen schon seit geraumer Zeit in den Startlöchern, um sich auf diese Flächen zu bewerben. Bevor sie loslegen können, muss aber erst noch der Bebauungsplan geändert werden.

Eine entsprechende Vorlage hatte am Donnerstag die Baudeputation auf dem Tisch; es geht dabei insbesondere auch um die Dreiecksfläche zwischen Steffensweg und Bremerhavener Straße. 14 Tage lang liegen die Unterlagen nun öffentlich aus, bevor sie von der Baudeputation abgesegnet werden. „Dann haben wir Planreife“, sagt Imholze.

Und damit wäre dann ein wichtiger Meilenstein geschafft. Erst wenn der Bebauungsplan steht, kann nämlich Hansewasser den Kanal von der Verlängerung der Sandstedter Straße zur Lankenauer Straße legen. Im nächsten Schritt können ein neuer Parkplatz an der Sandstedter Straße, die Wegeverbindung von dort aus bis zur Lankenauer Straße und auch die Dreiecksfläche zwischen Steffensweg und Bremerhavener Straße „aus einem Guss“ geplant und umgestaltet werden.

Parallel dazu soll die Freiraumgestaltung der zukünftigen Spiel- und Sportfläche erfolgen. Die Arbeiten müssen ausgeschrieben werden, wodurch leider noch einmal viel Zeit verloren gehe, bedauert Imholze: „Was mich schmerzt, ist, dass wir zum Sommer wohl nicht fertig werden. Aber die Fläche hängt auch mit dem Kanal zusammen. Das soll alles zusammen gemacht werden.“

Hinter der Dedesdorfer Straße ist mittlerweile ein Entwässerungsgraben angelegt worden. „Der Graben ist trocken . Aber wir werden auf Nummer Sicher gehen und eine Dränage reinlegen. Die Anlieger brauchen keine Sorgen zu haben, dass ihre Keller volllaufen“, konnte Imholze zum Punkt Entwässerung nun ankündigen.

Die Mittel zur Umgestaltung des Dedesdorfer Platzes stammen aus dem Programm „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“, mit dem in Walle vor etwa sieben Jahren gestartet worden ist, um dessen Zentrum zu stärken und zu festigen. Dazu, wie es mit diesem Programm weitergehen soll, hat sich Imholze von den Waller Ortspolitikern nun klare Ansagen gewünscht. „Wir können es fortschreiben, aber auch beenden“, sagt er.

Bei den bisherigen Maßnahmen ging es um das Thema „Verbindungen“, das ein inhaltlicher Schwerpunkt des Städtebauförderungsprogramms ist. Dabei sollte Walles bisherige Struktur, die sich insbesondere entlang der Heerstraße ausrichtet, durch Querverbindungen aufgelockert werden.

Eine weitere Maßnahme in diese Richtung bezieht sich auf die Achse Sankt-Magnus-Straße/Schulze-Delitzsch-Straße. Dort ist geplant, den Fußweg zu verbreitern und in der Verlängerung hinter dem Torbogen-Durchgang zur Nordstraße eine Ampel einzubauen. Damit würde ein Übergang zur Hafenstraße geschaffen, wodurch Überseestadt und Heimatviertel besser an das „alte Walle“ angebunden würden. Das entsprechende baurechtliche Planungsverfahren werde gerade eingeleitet, so Imholze, der außerdem noch Gespräche zum „Platz der Ökumene“ führen möchte. Es geht dabei um eine Umgestaltung der Fläche zwischen den Kirchen St. Marien und Wilhadi unmittelbar an der Sankt-Magnus-Straße, für die mittlerweile erste finanzielle Mittel bereitstehen – die allerdings bei weitem noch nicht ausreichen. Waller SPD und Grüne würden gerne ihr gemeinsam entwickeltes Verkehrskonzept „Walle Central“ – oder einzelne Punkte daraus – über das Förderprogramm umsetzen. Auf der Basis dieses Papiers könnten womöglich für die Zukunft einzelne Projekte entwickelt werden, hat Imholze den Ortspolitikern dazu nun empfohlen und ihnen noch einen Tipp mit auf den Weg gegeben: Die Chancen für Straßenumbaumaßnahmen stehen immer dort besonders günstig, wo Kanalsanierungen geplant sind und die Straße deshalb ohnehin aufgerissen werden muss. Dementsprechend würden sich die Ortspolitiker besonders über Kanalarbeiten im Steffensweg freuen. Diese Straße nämlich würden SPD und Grüne gerne entschleunigen, indem dort zum Beispiel Mini-Kreisverkehre eingebaut würden.

Das Konzept sei als Diskussionsgrundlage mit den anderen Fraktionen gedacht, betont Beiratssprecher Wolfgang Golinski (SPD): „Wir können nur gemeinsam etwas erreichen, sonst werden wir auseinanderdividiert.“

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